Berlin - Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel bleibt trotz herber Unionsverluste Kanzlerin, die FDP übernimmt in der gemeinsamen Koalition Regierungsverantwortung und die SPD hat einer historische Niederlage kassiert.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla am Sonntagabend im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin.
Deutschland hat sich am Sonntag für eine bürgerliche Regierung und nach vier Jahren gegen die Fortsetzung der großen Koalition entschieden. “Das Ergebnis ist ein bitterer Tag für die deutsche Sozialdemokratie“, sagte gut 40 Minuten nach Schließung der Wahllokale ein sichtlich angeschlagener SPD-Kanzlerkandidat Frank- Walter Steinmeier. Er wird seinen Sessel im Auswärtigem Amt räumen müssen und entweder einem FDP- oder einem Unionspolitiker Platz machen.
Während bei Union und Freidemokraten jetzt die Diskussionen um Inhalte und Posten beginnen, ist bei der SPD Tristesse eingekehrt. “Auf die SPD kommt eine neue Rolle zu“, ruft Steinmeier der trotz allem jubelnden Menge in der Lobby des Willy-Brandt-Hauses zu. Die Zukunft für die einst stolze deutsche Sozialdemokratie heißt nach elf Jahren Regierungsbeteiligung nun erstmal Opposition. Neben Steinmeier hat sich SPD-Chef Franz Müntefering platziert, dessen bittere Miene auf eine schwere Zukunft deutet.
Schon an diesem Dienstag soll der geschlagenen Kandidat Steinmeier als Vorsitzender der SPD-Fraktion Peter Struck ablösen, der aufs politische Altenteil wechselt. Im November wählen die Sozialdemokraten auf einem Parteitag ihren Vorstand neu, nicht ausgeschlossen, dass Müntefering seinen Abschied als Parteichef nimmt.
Diese Bundestagswahl hat aber auch gezeigt, dass die Erosion der sogenannten Volksparteien Union und SPD fortschreitet. Die SPD verliert im Vergleich zu 2005 knapp elf Prozentpunkte - noch nie hat eine Partei derart große Verluste bei einer Bundestagswahl hinnehmen müssen. CDU und CSU kommen zusammen mit einem leichten Minus nur noch auf rund 34 Prozent. Die kleinen Parteien gehören dagegen zu den unumstrittenen Siegern.
Von Gerd Reuter und Ulrich Scharlack
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