Fremdenfeindliche Facebook-Hetze

Altenpflegerin nach Hasskommentar gefeuert

Thüringen - Fremdenfeindliche Hetze wird hart bestraft - das hat auch eine Altenpflegerin der AWO erfahren. Der Arbeitgeber reagierte prompt auf ihren Hasskommentar und erntete dafür viel Zuspruch.

"Irgendwann wird es eh so kommen dass man Hinz und Kunz aufnehmen muss. Dank meiner medizinischen Ausbildung wird bei mir keiner überleben." Diesen grausamen Satz postete eine Altenpflegerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf Facebook. Der Post ist mittlerweile gelöscht, trotzdem hat er harte Konsequenzen für die Frau: Ihr wurde gekündigt.

Da in dem Posting Straftaten angedroht wurden, hat die AWO zusätzlich Anzeige gegen die Ex-Mitarbeiterin erstattet. Auf Facebook betont die Organisation, dass Toleranz, Demokratie und Solidarität zu ihren Grundwerten gehörten. Diese Werte hatte die Frau mit dem Post alle missachtet. AWO-Sprecher Dirk Gersdort erklärte: "Das ist juristisch die Ankündigung einer Straftat und für uns und eine Mitarbeiterin in der Altenpflege nicht zu tolerieren." Die Frau habe die Äußerung entschuldigt und bereut, doch an der Zusammenarbeit ändere das nichts. 

Der Fall aus Thüringen ist jedoch nicht das einzige Beispiel für Netzhetze, die in den Strafbereich fällt. Erst vergangene Woche hatte ein Berliner für seine ausländerfeindlichen Äußerungen auf Facebook ordentlich zahlen müssen: 4800 Euro wurden dem 34-Jährigen für seine rassistischen Kommentare aufgebrummt. Wegen Volksverhetzung wurde auch ein 25-jähriger Bayer angezeigt: "I hät nu a gasflasche und a Handgranate rumliegen", bot er als "Willkommensgeschenk" an die Asylanten an. 7500 Euro Strafe verhängte das Amtsgericht Passau für die Äußerung des Tettenweisers. 

Facebook-User können die Hetze stoppen

Und trotzdem: Die hohen Strafen schrecken Internethetzer nicht ab, im Gegenteil - täglich kommen neue Fälle dazu. Doch auch als Privatperson kann man etwas gegen den Fremdenhass in sozialen Netzwerken tun: Der Verein "Mimikama", der sich für die Bekämpfung von Internetmissbrauch einsetzt, rät Facebook-Usern, Hassbotschaften sofort dem sozialen Netzwerk zu melden. Da das leider oft genug jedoch nicht passiert, rät der Verein, direkt eine Online-Anzeige über die Polizei des jeweiligen Bundeslandes zu erstellen. Da das derzeit in Bayern, Bremen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen noch nicht möglich ist, können sich User an die Polizeistellen anderer Bundesländern wenden. 

Eine weitere Anlaufstelle für Anzeigen illegaler, jugendgefährdender Posts, ist die Seite des Jugendschutzes, die über hotline@jugendschutz.net oder ein Meldeformular erreicht werden kann. 

Die Äußerungen einer unserer Mitarbeiterinnen auf Facebook haben am Wochenende hohe Wellen geschlagen. Inzwischen...

Posted by AWO Landesverband Thüringen e.V. on Montag, 24. August 2015

Lesen Sie dazu auch: "Ausländer raus!" - Was tun, wenn Facebook-Freunde solche Kommentare posten?

sb

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