Werbung und ihre Wahrheit

ARD-Check deckt Werbelügen auf

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Im ARD "Werbe-Check" wird unter anderem das Tesa Power Band getestet. In der Werbung wird damit eine Waschmaschine an die Wand geklebt.

München - Werbeversprechen als Lügen enttarnen? Der ARD "Werbe-Check" nimmt eine Auswahl von Werbungen unter die Lupe und prüft die vielversprechenden Slogans auf ihre Richtigkeit.

Strahlend weiße Zähne beißen in einen grünen Apfel. Innerhalb kurzer Zeit dank eines Drinks mehrere Kilos abnehmen. Eine Waschmaschine mit Tesa an die Wand kleben. Die Werbung verspricht uns heutzutage wahre Wunder, und wir sind durchaus gewillt diese zu glauben.

Die ARD geht dem nun mit einer dreiteiligen Reihe namens "Werbe-Check" auf die Spur und hinterfragt die großartigen Werbeversprechen. In der ersten Folge am Montag, den 02. März 2015, behandelten die Reporter unter anderem Themen wie den Diät-Drink Almased oder das neue Tesa Power Band. Wie eine Mitteilung des SWR auf presseportal.de erklärt, verpflichten sich die "Werbe-Check"-Reporter einzig und allein den Fakten.

"Für alle, die schon morgen eine Bikinifigur brauchen"

Die ARD wendet sich dem Thema "Abnehmen in kurzer Zeit" zu. Der Diät-Drink Almased verspricht innerhalb von 24 Stunden eine Bikinifigur, wie sie die junge Frau im gelben Bikini am Strand in jeder erdenklichen Werbepause zeigt. Die Reporter erkennen schnell, dass der Betrug der Werbung bereits in der Formulierung steckt. Trotzdem will die ARD es mit einigen Testpersonen ausprobieren.

Und so sitzt die etwas rundliche Katrin in ihrer Küche und mit dem Motto "Augen zu und durch" ernährt sie sich tapfer zwei Wochen lang von dem Diät-Drink. Mit 103 Kilo hat Katrin den Versuch gestartet, mit rund fünf Kilo weniger beendet sie den Test nach zwei Wochen. Der Ernährungsexperte Andreas Pfeiffer ist dennoch skeptisch: "Das wirkliche Problem ist, nun nicht wieder zuzunehmen."

Das Kind unter der Waschmaschine

Wow, ist das Kind stark, denkt man im ersten Moment. Doch dann klärt der Werbespot auf und es stellt sich heraus, die Waschmaschine wird nicht von dem Kind getragen, sondern ist anscheinend mit dem neuen Tesa Power Band an die Wand geklebt worden. Das Tesa soll die Waschmaschine an der Wand befestigen. Die ARD deckt allerdings auf, dass bei dem Werbespot nachgeholfen wurde.

Achim Franck, der Tesa-Marketingchef, darf den Versuch, die Waschmaschine mit Tesa an die Wand zu kleben, bei der ARD selbst vorführen. Dadurch wird aufgedeckt, dass die Waschmaschine keineswegs lediglich mit dem neuen Tesa an die Wand geklebt wird, vielmehr steckt eine spezielle Konstruktion an der Decke dahinter.

Das Tesa Power Band wird verwendet, um zwei Metallplatten aneinander zu kleben. Die beiden aneinander geklebten Metallplatten werden dann mit einer speziellen Konstruktion an der Decke befestigt und per Flaschenzug wird die Waschmaschine letztendlich hochgezogen. Seine Kinder würde Franck natürlich nicht unter die Waschmaschine stellen wollen.

Somit zeigt der "Werbe-Check" zwar, dass das Power Band keine Waschmaschine direkt an der Wand befestigen kann, allerdings wurde auch nachgewiesen, dass das Klebeband durchaus stark haften kann. Jedoch nur auf glatten Materialien wie PVC oder Plexiglas und manchmal auch nur mit Hilfe einer speziellen Konstruktion. Und ganz wichtig dabei ist: die Streifen müssen luftdicht angebracht werden.

"Email made in Germany"

Dieses Thema beschäftigt die Menschen heute so sehr wie wahrscheinlich kein anderes: der Datenschutz. Immer öfter werden Emailkonten oder Passwörter gehackt. Die E-Mail-Anbieter GMX, Telekom und Web.de werben mit einem Service namens "Email made in Germany". Der Service soll Daten verschlüsselt und nur innerhalb Deutschlands übertragen.

Im "Werbe-Check" fällt der Service zwar nicht durch, allerdings kann das Werbeversprechen nicht zu hundert Prozent eingehalten werden. Profi-Hacker versuchen sich beim "Werbe-Check" an den anscheinend sicheren Emails. Und nach einiger Zeit finden sie auch schon die Sicherheitslücke. Die Daten werden während der Übertragung in der Tat verschlüsselt, jedoch liegen sie dann ungeschützt auf den Servern der Provider. Dadurch kann ein unberechtigter Zugriff auf die Daten nie ganz ausgeschlossen werden. Aber immerhin wird es Hackern schwieriger gemacht, überhaupt an die Daten heran zu kommen.

In den nächsten Folgen werden Zahnpasta, Hotels und Kondome getestet

Nächsten Montag (09. März) erscheint Teil 2 der Reihe in der ARD. Dort setzen sich die Reporter mit dem Reiseveranstalter Tropo und dessen Hotelbewertungen, der Elmex-Zahncreme, weitreichenden Autoschweinwerfern und Kondomen auseinander. 

Hier geht es zum e rsten Teil des ARD "Werbe-Checks" in der ARD-Mediathek.

mt

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