Am Donnerstag

Blitzmarathon: Tausende Polizisten jagen Temposünder

Düsseldorf - Tausende Polizisten wollen beim Blitzmarathon am Donnerstag Temposünder aus dem Verkehr ziehen. Um 6.00 Uhr beginnt die Aktion in zehn Bundesländern.

Allein in Nordrhein-Westfalen sollen in 85 Kommunen insgesamt rund 2200 Beamte im Einsatz sein, um an zuvor veröffentlichten Kontrollpunkten die Geschwindigkeit zu messen. Vielerorts gehen die Kontrollen bis 22.00 Uhr.

Raserei ist den Statistiken zufolge die häufigste Ursache für Verkehrsunfälle. Dabei hätten Raser kaum einen Zeitvorteil gegenüber entspannten Autofahrern, betont der Professor für Verkehrspsychologie an der Technischen Universität Dresden, Bernhard Schlag. „Autofahrer fahren zu schnell, weil sie einen vermeintlichen Zeitgewinn haben, sich profilieren und mit ihrem Verhalten hervorstechen wollen.“ Daher unterstützt der Wissenschaftler den Blitzmarathon.

Im Jahr 2015 wurden bei der Aktion bundesweit 3,2 Millionen Fahrzeuge kontrolliert, rund 91 000 Raser gingen dabei ins Netz. Dieses Jahr verzichten allerdings sechs Bundesländer auf die Teilnahme: In Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland wird am Donnerstag nicht an mehr Orten geblitzt als üblich.

Die Idee für die Aktion entstand in Nordrhein-Westfalen

Die Idee für die Aktion entstand in Nordrhein-Westfalen, nachdem 2010 die Zahl der Verkehrstoten in NRW gestiegen war. Im Jahr 2012 veranstaltete die Polizei daher das erste Mal einen Blitzmarathon, in diesem Jahr findet die Aktion in NRW zum neunten Mal statt. Im Oktober 2013 gab es den ersten bundesweiten Blitzmarathon. International beteiligen sich in diesem Jahr 23 europäische Staaten.

Im Fokus der Aktion steht die Vorbeugung von Unfällen. „Jeder dritte Verkehrstote ist ein Opfer von nicht angepasster Geschwindigkeit“, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums. Zudem verweist er auf erste Erfolge: 2011 verzeichnete das Land NRW noch 235 Verkehrstote wegen überhöhter Geschwindigkeit, 2015 waren es nur noch 159. Laut Zahlen der EU-Kommission ist im Jahr 2015 die Zahl der Verkehrstoten in der Europäischen Union allerdings zum ersten Mal seit 14 Jahren wieder gestiegen.

Wer möglichst schnell in der Stadt unterwegs sein will, dem rät Verkehrspsychologe Schlag ohnehin zu einem anderen Verkehrsmittel als dem Auto: „Innerorts ist man mit dem Fahrrad meistens am schnellsten“, betont der Experte.

dpa

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