Blühende Landschaft - Joachim Gauck bei Buga 2015 Eröffnung

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In Brandenburg an der Havel blüht es schon bunt. Foto: Bernd Settnik

Brandenburg/Havel - Fünf Städte zeigen den grünen Daumen. Hunderttausende Pflanzen stehen bereit, viele blühen schon. Und verlocken den Bundespräsidenten zu einer spontanen Einladung.

Die Blumenpracht der Bundesgartenschau in der Havelregion begeistert: Bundespräsident Joachim Gauck outet sich gleich als Fan. „Wenn ich jetzt irgendwo bin, werde ich immer für einen Besuch in der Region werben“, sagt er am Samstag zur offiziellen Eröffnung in Brandenburg/Havel. „Es wird wunderbar“, meint er nach seinen ersten Eindrücken.

Der Landschaft entlang des Flusses Havel setzte der Dichter Theodor Fontane (1819-1898) bereits ein literisches Denkmal: mit seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Die historischen Städte, viele unterdessen herausgeputzt, bilden nun die außergewöhnliche Kulisse für die Blumen- und Pflanzenschau. Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind gleichzeitig Gastgeber der Blumenschau.

Auf die Besucher wartet diesmal eine insgesamt mehr als 53 Hektar große Ausstellungsfläche in den fünf Städten Brandenburg/Havel, Premnitz, Rathenow und Amt Rhinow/Stölln in Brandenburg sowie in Havelberg in Sachsen-Anhalt.

An einem Tag wird das nicht zu bewältigen sein. Deshalb die Bitte der Organisatoren: Die Besucher mögen ein paar Tage bleiben. Die Buga soll den Tourismus in der Havel-Landschaft aus dem Dornröschenschlaf wecken. 1,5 Millionen Gäste werden bis Oktober erwartet.

Die vielfarbigen Tulpen, die zarten Gesichter der Stiefmütterchen, die grazilen Narzissen und die unvergleichlich duftenden Hyazinthen ziehen schon in den Bann. Eine Million Frühjahrsblüher liegen in der Erde. 15 000 Rosen in 150 Sorten stehen am zugewiesenen Platz. Beim Phlox und beim Rittersporn haben sich erste grüne Spitzen aus der Erde gewagt.

Neben der Flora spielt bei der diesjährigen Bundesgartenschau auch ein Fluss eine entscheidende Rolle: die Havel. Der Nebenfluss der Elbe lieferte auch die Idee zum Maskottchen der Buga. Inspiration für „Wilma Wels“ war der Fisch Wels, der auch in der Havel heimisch ist.

„Eine Bundesgartenschau, die nicht nur in einer Stadt läuft, ist ein Experiment. Viele Skeptiker waren zu überzeugen“, sagt die Chef-Organisatorin und Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann (CDU). Erstmals musste eine ganze Region in zwei Bundesländern unter einen Hut gebracht werden.

Die Areale sind in den vergangenen Jahren gestaltet worden. Zwei imposante Kirchen in Brandenburg/Havel und in Havelberg zeigen nun ein Herz für Blumen. Insgesamt 32 Schauen kommen in den Gotteshäusern unter. Statt Gottesdienst mit Pfarrer gibt es duftende bunte Blüten. Zum Auftakt verzaubern Arrangements mit Orchideen. Anderswo bringen fliegende Gärten, Lavendelfelder, Pflanzinseln, Gehölzschauen oder blühende Baumscheiben die Besucher zum Staunen.

Bei soviel Enthusiasmus für Blumen wollen auch die beiden gastgebenden Ministerpräsidenten nicht nachstehen. Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) gibt sich als Rosenfreund zu erkennen. „Ich liebe die weißen Rosen“, sagt er. Sein Brandenburger Kollege Dietmar Woidke (SPD) gesteht, dass er mit Blumen wenig Glück hat. „Für mich sind eher Sukkulenten geeignet“, sagt er. Sukkulenten sind saftreiche Pflanzen, die an besondere Klima- und Bodenverhältnisse angepasst sind.

Bundespräsident Gauck sieht auf einen Blick, welche Arbeit vor Beginn der Buga getan werden musste. Spontan lädt er einige Helfer zu seinem traditionellen Sommerfest in Berlin ein. „Das stand nicht in der Rede“, sagt er lächelnd.

Eröffnung Buga 2015: Die schönsten Bilder

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