Neuer Ort

Bundespresseball findet 2015 im Hotel Adlon statt

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Berlin - Mit viel Pathos wurde vor einem Jahr der Flughafen Berlin-Tempelhof als neuer Ort des Bundespresseballs angekündigt. Die Feier selber war dann eher mau. Nun gibt es einen neuen Versuch an prominenter Stelle.

Der Bundespresseball mit mehr als 2000 Gästen aus Medien, Wirtschaft und Politik wird im November im Hotel Adlon am Brandenburger Tor gefeiert. Das teilte der Vorstand der Bundespressekonferenz am Dienstag mit. Damit war der Ball im früheren Flughafen Berlin-Tempelhof im vergangenen Herbst nur eine Zwischenlösung. Viele Gäste hatten das wenig feierliche Ambiente in der riesigen denkmalgeschützten Flughafenhalle kritisiert. Vom Umzug der Bundesregierung nach Berlin 1999 bis 2013 hatten die Hauptstadtkorrespondenten im Hotel Intercontinental gefeiert.

Am 27. November erwarte man im Adlon einen Ball vor „imposanter Kulisse an historisch herausragendem Ort“, teilte die Bundespressekonferenz, der Verein der rund 800 Hauptstadtjournalisten, mit. Während der Weimarer Republik habe im alten Hotel Adlon der Verein der Auslandspresse seinen Ball gefeiert.

Ursprünglich hatte der Vorsitzende der Bundespressekonferenz, Gregor Mayntz, kurz nach dem Ball im Flughafengebäude Tempelhof eine Wiederholung auch für 2015 angekündigt. Es habe dann später auch ein Angebot des Adlon gegeben, sagte Mayntz der Deutschen Presse-Agentur. Das habe man geprüft und sich dafür entschieden. Das Adlon biete verschiedene Etagen und Räumlichkeiten sowie einen kleinen und einen großen Ballsaal, so dass man sich eine „rauschende Ballnacht“ verspreche.

Früher hieß es immer, das Adlon biete keinen wirklich großen Saal für das gesetzte Essen vieler hundert Menschen, wie es ihn im Intercontinental in der Nähe vom Zoo gab. Die frühere Eingangshalle des Flughafens in Tempelhof war wiederum so groß, dass zwar sowohl Tische als auch Ballfläche wie auch weitere Bars und Essensstände problemlos Platz fanden. Aber schon vor Mitternacht wirkte die Halle halbleer und es wurde ungemütlich. Kleinere Nebenräume zum Essen, Reden oder Tanzen gab es kaum. Das zuvor angekündigte „neue Gesicht“ und „ganz andere Flair“ der Veranstaltung entpuppte sich als Problem.

Dazu kam, dass es schon im Vorfeld Kritik wegen heftig erhöhter Eintrittspreise für einen Teil der Gäste gab. Freunde und Kollegen von Mitgliedern der Bundespressekonferenz mussten 490 Euro für ihre Karte bezahlen. Zudem gab es weniger prominente Besucher, weniger Sponsoren und als Konkurrenzveranstaltung einen privat organisierten und billigeren „Bundesmedienball“. Der findet dieses Jahr wieder statt, allerdings schon Mitte November.

Daher ist der erneute Umzug des Bundespresseballs möglicherweise auch eine Reaktion auf die Unzufriedenheit vieler Gäste. Um mehr Sponsoren und Prominente anzuziehen, müssen der Name und die Atmosphäre des Veranstaltungsortes etwas glamouröser sein als in dem alten Flughafen. Auch die Debatte um die Eintrittspreise ist vorerst entschärft. Gästekarten gibt es für die Mitglieder der Bundespressekonferenz statt für 490 nun für 290 Euro.

dpa

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