Unglück in Schleswig-Holstein

Bundespolizei-Hubschrauber stürzte aus mehr als 100 Metern ab

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Mitarbeiter der Bundespolizei und der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) untersuchen das Wrack des abgestürzten Hubschraubers.

Bimöhlen - Ein Hubschrauber der Bundespolizei mit drei Mann Besatzung stürzt in Schleswig-Holstein ab. Zwei Insassen sterben, der Pilot überlebt schwer verletzt. Experten suchen nach der Ursache.

Nach dem Absturz eines Hubschraubers der Bundespolizei in Schleswig-Holstein haben die Ermittlungen über die Unglücksursache begonnen.  Zwei Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) waren am Freitagmorgen in Bimöhlen, fotografierten die Absturzstelle und untersuchten das Wrack. Nach ersten Ermittlungen stürzte der Helikopter aus 120 bis 130 Metern Höhe ab. Das hätten Zeugen berichtet, so Axel Rokohl von der Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU). Die Wetterverhältnisse seien nicht besonders schlecht, sondern für einen Hubschrauberflug eher gut gewesen. Die Unfallursache sei noch nicht geklärt.

Bei den Untersuchungen am Freitagvormittag gehe es darum, ob aus der Lage des Wracks Rückschlüsse auf die Absturzursache möglich seien, sagte BFU-Sprecher Germout Freitag. So könne man etwa erkennen, ob der Rotor noch gedreht habe. Augenzeugen berichteten am Freitag, dass der Rotor vor dem Absturz gestottert habe.

Genauere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler auch von dem inzwischen geborgenen Flugschreiber. Das Wrack sollte am späten Vormittag zur Bundespolizei nach Fuhlendorf gebracht werden, teilte die Polizei am Freitag mit.

Innenminister de Maizière zeigt sich erschüttert

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich nach dem tödlichen Hubschrauberabsturz in Schleswig-Holstein erschüttert gezeigt. „Meine Gedanken und mein tief empfundenes Beileid ist bei den Angehörigen der ums Leben gekommenen und des schwer verletzten Kollegen“, ließ der Minister am Donnerstagabend mitteilen. Am Freitag besuchte de Maizière die Abstuzrstelle. Er wolle die gemeinsame Trauer um die beiden Polizisten zum Ausdruck bringen, die beim Absturz ums Leben kamen, sagte der Minister.

Die Besatzung sei auf einem Übungsflug mit der schleswig-holsteinischen Landespolizeieinheit SEK gewesen, erklärte de Maizière. Der Hubschrauber sei ziemlich gerade abgestürzt. Als Teil der Übung habe die Maschine zuvor in der Luft gestanden. Die Kieler Innenstaatssekretärin Manuela Söller-Winkler (SPD) betonte, dass im Hubschrauber keine Landespolizisten saßen, sondern eine SEK-Einheit am Boden an der Übung teilnahm.

Ministerpräsident Torsten Albig bekundet Beileid

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) zeigte sich am Freitag tief erschüttert. Er sagte, er hoffe, dass der schwer verletzte Pilot das Unglück überlebe.

Beim Absturz eines Hubschraubers der Bundespolizei waren am Donnerstagabend am Ortsrand von Bimöhlen der 33-jährige Copilot und ein 42 Jahre alter Begleiter ums Leben gekommen. Der 31-jährige Pilot überlebte schwer verletzt. Lebensgefahr könne nicht ausgeschlossen werden, teilte die Polizei am frühen Freitagmorgen mit. Die Unglücksursache war zunächst noch unklar. Fachleute von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig machten sich auf den Weg zum Unglücksort. Auch die Kriminalpolizei ermittelte.

Fußballplatz nur einige hundert Meter entfernt vom Absturzort

An Bord des Hubschraubers vom Typ Eurocopter 135 befanden sich nach Angaben der Bundespolizei nur die drei Besatzungsmitglieder. Der Absturz ereignete sich gegen 20.00 Uhr.

Der Hubschrauber stürzte auf einen Acker nur etwa 20 Meter von einer Straße entfernt, die nach Bimöhlen führt, unweit des Ortsschildes. Nur einige Hundert Meter entfernt liegt nach Angaben der Polizei ein Fußballplatz, wo zum Zeitpunkt des Absturzes noch gespielt wurde.

Die Bergungsarbeiten dauerten am späten Abend an. Die beiden Toten hätten noch im Wrack festgesteckt, sagte eine Polizeisprecherin. Auf ersten Bildern war der am Boden liegende völlig zerstörte Hubschrauber zu sehen. Nach Informationen der „Kieler Nachrichten“ soll der Pilot kurz vor dem Absturz noch einen Funkspruch abgesetzt haben, der allerdings nicht mehr verstanden wurde.

Der Hubschrauber gehörte zur Fliegerstaffel Fuhlendorf in Schleswig-Holstein. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei befand sich der relativ kleine Hubschrauber auf einem Nacht-Übungsflug.

Bundespolizei-Hubschrauber stürzt ab - Ursache wird ermittelt

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dpa

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