26 Jahre nach der Tat

Christinas Mörder bittet Eltern um Entschuldigung

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Ein Justizbeamter führt den Angeklagten Thomas O. in den Sitzungssaal des Landgerichts Osnabrück (Niedersachsen).

Osnabrück - Ein 45-Jähriger hat gestanden, vor mehr als 26 Jahren die neunjährige Christina getötet zu haben. Die Eltern bat er unter Tränen um Entschuldigung.

Vor mehr als 26 Jahren wurde die neun Jahre alte Christina getötet - im Prozess gestand ein 45-Jähriger nun die Tat und bat die Eltern um Entschuldigung. Er sei am Morgen des 27. November 1987 beim Joggen in einer Kleingartenanlage auf das Mädchen gestoßen, sagte der Angeklagte am Donnerstag in der Verhandlung am Landgericht Osnabrück. Der Mann war im vergangenen Jahr nach einer DNA-Analyse gefasst worden.

In einem verwilderten Garten habe er versucht, das Kind zu vergewaltigen, berichtete der 45-Jährige. Als sie gesagt habe, sie wolle nach Hause gehen und ihrer Mutter davon erzählen, habe er ihr etwas in den Mund gesteckt. Seine Erinnerung an den genauen Tathergang sei aber sehr lückenhaft.

„Ich habe erst wieder registriert, wie sie die Arme von mir gelassen hatte, dann bin ich weg“, sagte der Angeklagte mit stockender Stimme. „Ich verstehe das nicht, was da passiert ist“, sagte er. Schon während er versuchte, das Kind zu missbrauchen, habe es in ihm „Klick“ gemacht: „Wahrscheinlich habe ich gedacht, was machst du eigentlich“.

Zuvor hatte der 45-Jährige sich an die Eltern des Kindes gewandt und um Entschuldigung gebeten. „Es tut mir unendlich leid, was ich ihnen und dem Kind angetan habe“, sagte er tränenerstickt zu dem Vater des Opfers, der als Nebenkläger den Prozess verfolgt. Die Mutter hatte auf ihr Recht, an der Verhandlung teilzunehmen, verzichtet.

Der Angeklagte sei zwar schon damals in die Ermittlungen der Polizei geraten, sagte ein inzwischen pensionierter Kriminalbeamter als Zeuge. So hatten Kinder in der Nähe des Tatorts einen Mann mit roten Haaren gesehen. Mit den damaligen Ermittlungsmethoden sei aber kein dringender Tatverdacht festzustellen gewesen. Der Mann habe ein Alibi gehabt. Erst dank der modernen DNA-Analysetechnik sei er dann schließlich doch noch gefasst worden.

dpa

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