Lebensmittel-Skandal

Dänische Listerien-Wurst auch auf Ostseefähren?

Kiel - Im dänischen Lebensmittelskandal um bakteriell verseuchte Wurst sind jetzt auch Ostseefähren im Blickpunkt. Dänische Behörden haben ein Produkt zurückgerufen, das auf Schiffen verkauft worden ist.

Möglicherweise mit Listerien verseuchte dänische Wurstware ist auch auf Ostsee-Fähren zwischen Dänemark und Deutschland verkauft worden. Die dänischen Behörden hätten Ware, die an Schiffe der Reederei Scandlines geliefert worden sei, zurückgerufen, sagte der Sprecher des Lebensmittelministeriums in Kopenhagen, Kim Sigsgaard, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Scandlines-Sprecherin Anette Ustrup Svendsen versicherte, es gebe keine Hinweise, dass mit Bakterien belastete Produkte an Bord verkauft oder verwendet worden seien.

In Dänemark sind nach Angaben des Ministeriumssprechers inzwischen fünf Produzenten von Waren-Rückrufen wegen möglicher Bakterien-Verseuchungen betroffen. Bei Exporten dänischer Fleischwaren nach Deutschland bestünden wegen der üblichen Sicherheitsstandards und Kontrollen aber keine Risiken, versicherte Sigsgaard.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit habe aus Dänemark eine Mitteilung erhalten und sie nach Schleswig-Holstein weitergeleitet, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums am Freitag in Kiel. Scandlines habe vermutlich Rullepølser mit Petersilie geliefert bekommen. Diese könnten mit Listerien belastet sein. Das Ministerium bat über das Bundesamt die dänischen Behörden um nähere Informationen, in welchem Umfang und in welchem Zeitraum Scandlines beliefert worden sei.

Am Vortag war bekanntgeworden, dass ein Supermarkt in Schleswig-Holstein im Mai und Juni rund 160 Kilo Wurstwaren des wegen Listerienbelastungen geschlossenen dänischen Produzenten Jørn A. Rullepølser verkauft hatte. Am Donnerstag wurde eine Lebensmittelwarnung über die deutsche Behörden-Internetplattform „lebensmittelwarnung.de“ verbreitet.

Der dänische Zwischenhändler delika rief Produkte wegen der als gefährlich geltenden Bakterien Listeria monocytogenes zurück. Dazu gehörten auch in dem deutschen Supermarkt verkaufte Wurstprodukte des Herstellers Rullepølser. Unklar sei aber, ob diese Produkte tatsächlich mit Listerien über dem gesetzlichen Grenzwert belastet waren oder nicht.

Zwölf Dänen starben seit September 2013 an den Folgen einer Infektion mit Listerien, mindestens 20 hatten sich mit den Keimen angesteckt, die in Wurstwaren gefunden worden waren. Weitere Verdachtsfälle werden noch geprüft. Alle Opfer waren nach Angaben des dänischen Statens Serum Instituts schon vorher krank. Listerien sind in der Regel nicht für gesunde Menschen gefährlich. 

dpa

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