#heimkommen

Umstrittener Werbespot: Deutsche Bahn springt auf Edeka-Zug auf

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Die Deutsche Bahn reagiert auf den "Edeka-Großvaters" und schlägt eine andere Lösung vor.

Berlin - Der Edeka-Werbespot mit dem einsamen Großvater sorgte für Zwiespalt in den sozialen Netzwerken. Die Deutsche Bahn reagiert auf den Spot und schlägt dem Opa eine Alternative vor.

Auch Tage nachdem

Edeka mit einem Werbespot Aufmerksamkeit erregte

, diskutiert Deutschland weiter über den Clip. Darin haben die Kinder eines alten Mannes keine Zeit, den Senior zu Weihnachten zu besuchen. Daraufhin gibt der Großvater vor, gestorben zu sein - mit Erfolg: Die ganze Familie kommt zur vermeintlichen Trauerfeier zu ihm nachhause. Dort überrascht er sie mit einem Weihnachtsdinner. Seine Erklärung an die überraschte Familie: "Wie hätte ich euch denn sonst alle zusammenbringen sollen?"

Das Video, das auf YouTube unter dem Hashtag "#heimkommen" zu finden ist, wurde bisher mehr als 30 Millionen Mal geklickt. Manche rührte es zu Tränen, andere empörte es, dritte lobten die Marketing-Idee. 

Der Lösungs-Vorschlag der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn sprang kurzerhand auf den PR-Zug auf und überlegte sich indessen eine andere, etwas humanere Lösung für das Problem des Großvaters: "Lieber Opa, warte nicht, bis sie zu Dir kommen", steht in großen weißen Buchstaben auf einer Fotomontage, die den Opa aus dem Edeka-Clip im Abteil eines Zuges zeigt. Das Bild kommentierte der Konzern mit dem Slogan "Sehnsucht nach der Familie? #heimkommen gibt's bei uns schon ab 19 Euro." 

Das machte die Deutsche Bahn mit dem einsamen Großvater aus der Edeka-Werbung.

Der Werbespot soll also nicht nur Werbung für Edeka machen, auch die Deutsche Bahn will so Gesprächsthema sein. Inzwischen wurde die Fotomontage auf Facebook mehr als 26.500 Mal geliket und 1780 Mal geteilt, und auch auf Twitter dreht das Bild seine Runden.

Darf die Deutsche Bahn das?

Doch darf die Bahn das überhaupt - eine Person aus einem Werbespot eines anderen Unternehmens ausschneiden und in die eigene Werbekampagne einfügen? Wir haben beim Rechtsanwalt des Münchner Merkur und tz, Stefan Petermeier, nachgefragt. Nach Paragraph 24 des Urheberrechtsgesetzes "ist eine freie Benutzung geschützter Werke ohne Zustimmung des Urhebers möglich, wenn sich das neue Werk mit der verwendeten Vorlage kritisch, wie in einer Parodie oder Satire, auseinandersetzt", erklärt der Jurist. Zudem sei ein Hashtag (wie in diesem Fall der Hashtag "#heimkommen") nicht urheberrechtlich schützbar. 

"Wie tief wollt ihr eigentlich noch sinken, DB?"

Also alles kein Problem für die Deutsche Bahn, zumindest aus rechtlicher Sicht. Sorgen könnten ihr höchstens die Reaktionen der Facebooker machen. Die sehen das Bild vor allem kritisch und sparen nicht mit Spott: "#heimkommen gibt's schon ab 19 Euro und Verspätung obendrein dazu", kommentiert ein Nutzer des sozialen Netzwerks. Ein anderer schreibt: "Wie tief wollt ihr eigentlich noch sinken, DB? Jetzt klaut ihr schon Ideen. Und meine Oma hol ich lieber ab, bevor sie dank euch irgendwo strandet." Ein dritter User schreibt: "DB, Ihr seid so niveaulos. Der durchschnittliche Rentner kann sich heute kaum ein Ticket für die Regionalzüge leisten, geschweige denn für Deutschlandreisen (...)"

Es gibt aber auch Lob: "Hat einer mitgedacht und reagiert bei der Bahn. Complimenti ans Marketing", schreibt eine Nutzerin.

Das ist der vieldiskutierte Edeka-Clip:

lvp

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