Sommer statt Kälteeinbruch

Werden die Eisheiligen in diesem Jahr zu „Heißheiligen“?

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Im Frühling gibt es oft noch einen Kälteeinbruch - die sogenannten Eisheiligen. Ob sie dieses Jahr ausfallen?

Offenbach - Die Eisheiligen machen sich seit einigen Jahren in Deutschland rar. 2015 könnten sie ganz ausfallen. Stattdessen sind „Heißheilige“ mit sommerlichen Temperaturen möglich.

Kühle Luft und Nachtfrost im Mai - das sind die Eisheiligen, die eigentlich auf den 11. bis 15. Mai fallen. Die Bezeichnung Eisheilige geht auf den kirchlichen Heiligenkalender und die Kirchenfeste zurück, die das ländliche Leben lange prägten. Namensgeber sind Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert:

Mamertus  – Montag, 11. Mai 2015

Pankratius  – Dienstag, 12. Mai 2015

Servatius  – Mittwoch, 13. Mai 2015

Bonifatius  – Donnerstag, 14. Mai 2015

Kalte Sophie  – Freitag, 15. Mai 20156

Stattdessen fallen sie nach der Vorhersage des Deutschem Wetterdiensts in Offenbach aber wahrscheinlich aus. Die Fachleute rechnen vielmehr mit frühsommerlichen Temperaturen. Meteorologe Andreas Friedrich spricht sogar von „Heißheiligen“.

Was sind die Eisheiligen?

In der zweiten Maidekade macht sich in Deutschland häufig kalte Luft breit. Diese Polarluft kann vor allem nachts Frost bringen. Weil diese Wetterbeobachtung auf die Namenstage der Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie fällt (11. bis 15. Mai), spricht man von Eisheiligen. Vor allem Gärtner und Bauern fürchten den Frost.

Welche Auswirkungen haben die Eisheiligen?

Der Frost kann empfindlichen Pflanzen Schäden zufügen und etwa die Obsternte schädigen. Landwirte und Hobbygärtner freuen sich daher zwar, wenn der Frost ausbleibt. Ein zu warmer und trockener Mai tut den Pflanzen aber auch nicht gut. Gerade weil in diesem Frühjahr viele Böden ohnehin schon sehr trocken seien, wie Astrid Rewerts vom Bauernverband sagt.

Wie waren die Eisheiligen in den vergangenen Jahren?

Die Eisheiligen haben sich in den vergangenen Jahren schon rar gemacht. Meteorologe Andreas Friedrich stellt fest: „In den letzten Jahren zeigt sich diese Kaltlufteinbrüche im Mai weniger.“ Die Bauern haben davon im vergangenen Jahr profitiert - zumindest bei der Getreideernte.

Wie wird das Wetter an den Eisheiligen 2015?

Ein Hochdruckgebiet, das wahrscheinlich „Tina“ heißen wird, macht sich von Montag („Mamertus“) an allmählich in Deutschland breit. Am Dienstag („Pankratius“) steigen die Temperaturen im Süden verbreitet auf sommerliche 25 Grad. 30 Grad könnten auch erreicht werden. An der Küste und im Norden ist es mit etwa 20 Grad etwas kühler. Von Mittwoch an werden die Eisheiligen voraussichtlich etwas unbeständiger, dann können von Westen auch Schauer und Gewitter aufziehen. Den gefürchteten Nachtfrost wird es nach der Prognose des Wetterdienstes wohl nicht geben. „Es werden voraussichtlich keine Eisheiligen, sondern eher „Heißheilige““, sagt Meteorologe Andreas Friedrich.

dpa

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