Teurer Bauskandal

Elbphilharmonie: Staatsanwaltschaft ermittelt

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Die Elbphilharmonie soll die Stadt letztlich 789 Millionen Euro kosten.

Hamburg - Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat sich in die Vorgänge rund um den Bau der als Skandalprojekt bekannten Elbphilharmonie eingeschaltet.

In einem Vorermittlungsverfahren werde der kürzlich von einem Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft vorgelegte Abschlussbericht nach etwaigen Hinweisen auf konkrete strafbare Handlungen untersucht, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Es handle sich zunächst nur um ein reines Prüfverfahren. Es seien keine Ermittlungen gegen konkrete Personen oder wegen bestimmter Sachverhalte.

Die Elbphilharmonie ist wegen Bauzeitverzögerungen und einer drastischen Überschreitung des Kostenrahmens bundesweit bekannt geworden. Das moderne Konzerthaus soll die Stadt letztlich 789 Millionen Euro kosten, wobei ein Teil davon eventuell später durch Investoren wieder hereinkommt. In dem Gebäude am Hafen entstehen auch ein Hotel und Wohnungen. Laut Bauvertrag sollte das Projekt den Steuerzahler lediglich rund 142,3 Millionen Euro kosten. In einer Machbarkeitsstudie war ursprünglich sogar nur von 77 Millionen Euro die Rede.

Ein Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft befasste sich seit 2010 bereits insgesamt zweimal mit den Vorgängen. Am 24. April legte das Gremium einen mehr als 600 Seiten umfassenden Bericht vor, in dem es die Fehler und Verantwortlichkeiten analysierte.

afp

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