Uni-Test geht schief

Experimentalrakete kracht in Kinderzimmer

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Von diesem Flugplatz wurde die Experimentalrakete der Technischen Universität Braunschweig abgeschossen.

Leiferde - Seit Jahren testet eine Arbeitsgemeinschaft der Technischen Universität Braunschweig Raketen. Jetzt stürzte eines der Geschosse ab - und verwüstete ein Kinderzimmer.

Eine Experimentalrakete von Studenten der Technischen Universität Braunschweig ist bei einem missglückten Flug in das Kinderzimmer eines Wohnhauses in Leferde im Landkreis Gifhorn eingeschlagen. Wie die Polizei und der Arbeitskreis der Studenten mitteilten, kam bei dem Zwischenfall niemand zu Schaden. Die Bewohner seien zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause gewesen, sagte ein Sprecher der Polizeinspektion Gifhorn am Montag.

Die Studenten hatten ihre etwa 1,60 Meter lange Rakete laut Polizei am Sonntag zu einem genehmigten und mit der Flugsicherung abgesprochenen Flug auf einem Modellflugplatz in Hillerse gestartet. Dabei sei diese außer Kontrolle geraten. Die Gründe dafür seien unklar, teilte die Studentenvereinigung mit. Die Untersuchungen dazu seien aufgenommen worden.

Der Polizei zufolge durchschlug der kleine Flugkörper das leicht gebaute Wellplatten-Flachdach. Teile davon blieben in der Kinderzimmerwand stecken, andere wurden über das Zimmer verstreut. Auch ein Sicherungskasten wurde von der Wand gerissen, so dass der Strom ausfiel.

Das Archivfoto zeigt die Startvorbereitungen einer Experimentalrakete einer studentischen Initiative in Braunschweig. Eine baugleiche Rakete hatte am Sonntag in Leiferde (Niedersachsen) das Dach eines Wohnhauses durchschlagen und war dann in ein Kinderzimmer gekracht.

Nach Angaben des Polizeisprechers wird der Fall keine strafrechtlichen Ermittlungen nach sich ziehen. Es handle sich um fahrlässige Sachbeschädigung, die jedoch nicht strafbar sei. Die Rakete gehört der ExperimentalRaumfahrt-InteressenGemeinschaft (ERIG), einem Zusammenschluss von Studenten und Lehrenden der TU Braunschweig. Sie bauen studienbegleitend als eine Art Hobby Raketen, um sich genauer mit der Technik zu befassen. Sie arbeiten außerdem an Miniatur-Satelliten.

AFP

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