Havariertes Schiff nahe Helgoland

Frachter in der Nordsee könnte explodieren

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Einsatzkräfte werden am Dienstag mit dem Helikopter zum Frachter "Purple Beach" gebracht, der in der Deutschen Bucht liegt.

Cuxhaven - Die Situation wird immer kritischer: Auf einem nahe Helgoland havarierten Schiff droht womöglich Explosionsgefahr. Selbst für Brandbekämpfer ist die Lage zu gefährlich.

Der westlich von Helgoland in Not geratene Frachter „Purple Beach“ könnte nach wie vor explodieren. Es steige weiterhin Rauch aus dem mit Düngemittel beladenen Schiff in der Nordsee auf, sagte der Sprecher des Havariekommandos in Cuxhaven, Michael Friedrich, am frühen Mittwochmorgen. Mehrere Rettungsschiffe seien derzeit in sicherem Abstand zu dem Frachter auf See. Sie würden mit speziellen Sensoren messen, ob bestimmte Schadstoffe in der Luft sind. „Noch besteht keine Gefahr für die Umwelt“, sagte Friedrich. Das würde sich allerdings ändern, sollte der Frachter explodieren oder anderweitig Dünger ins Meer geraten.

Das Havariekommando übernimmt als gemeinsame Einrichtung des Bundes und der Küstenländer die Einsatzleitung bei schweren Unglücken auf See. Die Besatzung der „Purple Beach“ hatte am Montagabend Rauchentwicklung in einem der Laderäume des 192 Meter langen Schiffs bemerkt. Anschließend hatten sie den Laderaum mit Kohlendioxid geflutet, um das Feuer zu löschen.

Weil bei anschließenden Messungen bereits Schadstoffe in der Luft festgestellt wurden, waren die 22-köpfige Crew und ein Brandbekämpfungsteam danach zu Untersuchungen in Krankenhäuser geflogen worden - insgesamt 36 Menschen. Schwer verletzt sei allerdings niemand, sagte Friedrich.

"Wir wissen nicht, was im Laderaum passiert"

Die Messung der sogenannten Analytischen Task Force habe ergeben, dass die Situation auf dem havarierten Schiff keinen weiteren Personaleinsatz zulasse, erläuterte das Havariekommando am Dienstagabend. „Wir haben seeseitig und in der Luft einen Sicherheitsradius von fünf Kilometern um das Schiff eingerichtet, da wir chemische Reaktionen wie etwa Explosionen nicht ausschließen können“, sagte Hans-Werner Monsees, Leiter des Havariekommandos.

An der Außenhaut des Schiffs betrug die Temperatur zeitweise 45 Grad. „Man kann daraus aber nur wenige Schlüsse auf die Innentemperatur ziehen“, sagte Friedrich. Die Ursache sei weiterhin unklar. „Wir wissen nicht, was im Laderaum passiert.“ Weiterhin seien keine Menschen an Bord.

Unter den Rettungsschiffen im Umkreis des Frachters ist auch das Mehrzweckschiff „Mellum“. Die „Purple Beach“ unter der Flagge der Marshallinseln liegt etwa 30 Kilometer westlich von Helgoland.

dpa

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