Krankheit breitet sich aus

Gefährliche Vogelgrippe auch am Bodensee bestätigt

+
Eine tote Reiherente schwimmt am Ufer des Großen Plöner Sees.

Konstanz - Erst der Norden, jetzt der Süden: Eine gefährliche Form der Vogelgrippe ist in Deutschland aufgetaucht. Auch aus Nachbarländern werden Vogelgrippe-Fälle gemeldet.

Nach Schätzung des Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart sind am gesamten Bodensee bislang zwischen 70 und 80 tote Vögel gefunden worden. Die Zahl beinhalte aber auch Funde etwa in Österreich oder der Schweiz, sagte eine Sprecherin der Behörde am Mittwoch. Auf baden-württembergischer Seite geht das Ministerium von 30 bis 35 Tierkadavern aus.

Nahe Konstanz am westlichen Bodenseeufer waren mehr als 30 tote Reiherenten gefunden worden. Das zuständige Nationale Referenzlabor auf der Ostseeinsel Riems habe bestätigt, dass es sich um die gefährliche Form der Vogelgrippe vom Typ H5N8 handle, teilte das Ministerium in Stuttgart mit. In Überlingen waren nach Angaben des Landratsamtes Bodenseekreis ebenfalls tote Vögel gefunden worden, dort stehen Untersuchungen aber noch aus. Diese hochpathogene Variante wird auch als Geflügelpest bezeichnet. Das Risiko für Menschen durch den H5N8-Erreger gilt als sehr gering.

Das Ministerium sei derzeit mit dem Regierungspräsidium in Freiburg sowie den zuständigen Behörden in der Schweiz und in Österreich in Kontakt, um mögliche Schutzmaßnahmen zu besprechen, sagte die Sprecherin weiter. „Der Schutz der Betriebe steht im Mittelpunkt.“ Es gehe darum, sinnvolle, aber nicht überzogene Maßnahmen zu treffen. „Das wägen wir gerade im Gespräch miteinander ab.“

Am Dienstag war diese gefährliche Form der Vogelgrippe bereits in Schleswig-Holstein festgestellt worden. Dort gilt im ganzen Bundesland eine Stallpflicht für sämtliches Geflügel. Auch aus Polen, Kroatien und Ungarn wurden Vogelgrippe-Fälle gemeldet. Unklar ist allerdings noch, ob es einen Zusammenhang zwischen allen Ausbrüchen gibt und es sich um die gleiche Virusvariante handelt.

Seit November 2014 wurden hochpathogene H5N8-Viren in mehreren Geflügelbetrieben in Deutschland und anderen europäischen Ländern entdeckt. Infektionen von Menschen mit diesen Viren sind laut FLI bislang weltweit nicht nachgewiesen worden. Eine Ansteckung über infizierte Lebensmittel ist nach Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung "theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich". 

dpa

Kommentare