Viel Neuschnee, eisige Temperaturen

"Hiltrud" brachte den Schnee: Jetzt ist Winter

Berlin - Lange gar nicht, jetzt mit Macht: Mit viel Schnee, eisigen Böen und glatten Straßen hat der Winter Einzug in Deutschland gehalten. Vor allem im Westen und Süden türmte sich am Wochenende der Neuschnee.

Kinder jubeln, Autofahrer stöhnen: Der Winter hat Einzug gehalten. Tief „Hiltrud“ brachte Schnee und Kälte. Es gab viele Unfälle, auch Tote. Eisig und oft auch weiß soll es nun bis Silvester bleiben.

Es gab Hunderte Unfälle, auch Tote. Lange grün gebliebene Skipisten strahlten in frischem Weiß. Wintertief „Hiltrud“ drehte aber Richtung Süden ab, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach (DWD) mitteilte. Der Norden und der Osten bekommen deshalb von den Schneefällen der nächsten Tagen eher wenig ab. Knackig kalt wird es laut den Experten aber überall - im Westen und der Mitte ist es dazu auch oft sonnig.

Das Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf wurde am Sonntag wegen zu starken Windes vorzeitig beendet. Zum ersten Mal musste ein Tournee-Auftaktspringen in Oberstdorf abgebrochen werden. Der Wettbewerb soll an diesem Montag um 17.30 Uhr nachgeholt werden.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen krachte es landesweit allein von Samstagmorgen bis Sonntagfrüh mehr als 360 Mal. Dabei wurden 38 Menschen verletzt, wie die Landesleitstelle der Polizei mitteilte. Ein Mann kam bei einem Glätte-Unfall ums Leben. Der Gesamtschaden beträgt nach ersten Schätzungen rund 1,1 Millionen Euro. Am Sonntagnachmittag kam es bei nachlassender Sonnenkraft zu weiteren Glätteunfällen durch überfrierende Nässe auf der A1 bei Burbach und einer Bundesstraße im Hochsauerland. Dabei wurden zwölf Menschen verletzt, darunter zwei Ausflüglerfamilien im Hochsauerland. Bei zwei weiteren Unfälle vermutlich ohne Eisglätte kam auf der Sauerlandlinie auf dem Seitenstreifen eine Frau ums Leben; auf der A2 in Ostwestfalen überschlug sich ein Van mit sieben Insassen, die alle schwer verletzt wurden. Am stärksten betroffen vom Wintereinbruch waren das Rheinland und das Bergische Land. Ein 23-Jähriger prallte am Sonntagmorgen auf glatter Straße bei Monheim mit seinem Auto gegen einen Baum und starb im Krankenhaus. In Neuss fuhr eine S-Bahn am Samstag gegen einen umgestürzten Baum. Verletzt wurde dabei niemand.

Auch in Baden-Württemberg kam es zu zahllosen Verkehrsunfällen. Auf den verschneiten Straßen kippten Sattelzüge und Reisebusse um, Lastwagen stellten sich auf Autobahnen quer und Autos krachten im Minutentakt ineinander. Allein in den Kreisen Heilbronn und Aalen verzeichnete die Polizei am Wochenende jeweils mehr als 100 Unfälle wegen schlechter Sicht, glatter Straßen oder umgeknickter Bäume. Mindestens sieben Menschen wurden verletzt. Nahe Freiburg rutschte ein Reisebus von einer schneeglatten Straße in die Leitplanken. Die 39 Reisegäste blieben unverletzt. Auf der A6 sorgten Unfälle in beiden Richtungen und ein liegengebliebener Lastwagen nahe Bretzfeld für Staus von bis zu 25 Kilometern. Auch auf der verschneiten A8 bei Stuttgart standen Pendler laut Verkehrswarndienst stundenlang über 20 Kilometer im Stau. Am Albabstieg bei Aichelberg hatte sich ein Lastwagen quergestellt. Auf dem Feldberg lagen am Sonntag bereits mehr als 40 Zentimeter Neuschnee. Lange grün gebliebene Skipisten waren weiß. Die Betreiber öffneten knapp die Hälfte der 35 Lifte.

Deutlich mehr Unfallmeldungen als üblich gab es auch in Hessen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Auf der schneeglatten Fahrbahn der Autobahn 5 nahe Bad Homburg wurde am Sonntag ein Quadfahrer von einem Lastwagen überfahren und tödlich verletzt. Die Identität des etwa 30 Jahre alten Mannes sei noch unklar, erklärte die Polizei.

Bilder: So schön ist der Winter in Deutschland

In der Eifel brachen etliche Bäume unter Nassschnee zusammen und blockierten Straßen, in einigen kleinen Ortschaften fiel zeitweise der Strom aus. Auch in Sachsen und Thüringen gab es in höheren Lagen Schnee. Auf dem Brocken im Harz wurden am Sonntagmorgen knapp minus 15 Grad Celsius gemessen. Die Weitsicht lag bei bis zu 90 Kilometer, wie ein Mitarbeiter der Wetterstation sagte.

In Bayerns Bergen freuten sich Wintersportfans über viel Neuschnee - der Lawinenwarndienst meldete jedoch für die Allgäuer und Werdenfelser Alpen auch Lawinenrisiko. Auf der Zugspitze und in den Hochlagen der Allgäuer Alpen liegen inzwischen gut 50 Zentimeter.

dpa

 

 

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare