Viehauktionshalle ein Raub der Flammen

Feuer vernichtet historisches Weimarer Denkmal

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Die historische Viehauktionshalle in Weimar ist bis auf die Grundmauern heruntergebrannt.

Weimar - Das Entsetzen in Weimar ist groß: Bis auf die Grundmauern brennt die historische Viehauktionshalle nieder. Ein wichtiger Gedenk- und Veranstaltungsort der Klassikerstadt ist in Flammen aufgegangen.

Ein Feuer hat in Weimar die historische Viehauktionshalle und damit einen wichtigen Gedenk- und Kulturort vernichtet. Das fast 2500 Quadratmeter große denkmalgeschützte Gebäude brannte in der Nacht zum Mittwoch bis auf die Grundmauern ab. Die genaue Schadenshöhe wie auch die Brandursache sind nach Polizeiangaben vorerst unklar.

Die Halle aus den 1930er Jahren war einst für die Nazis zentrale Sammelstelle für die Deportation von Juden in die Konzentrationslager. In der Gegenwart war der Fachwerkbau für Konzerte und Aufführungen etwa des Weimarer Kunstfestes genutzt worden. Am 28. Mai sollte in der Halle eine Ausstellung der Internationalen Bauausstellung Thüringen (IBA) eröffnet werden. Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) sagte, mit dem Gebäude sei ein bedeutsames Denkmal und wichtiger Erinnerungsort unwiederbringlich verloren.

Die Feuerwehr war in der Nacht kurz nach 1.00 Uhr alarmiert worden, als die Halle bereits lichterloh in Flammen stand. Die 77 Einsatzkräfte konnten das Gebäude nur noch kontrolliert abbrennen lassen. Wegen des Funkenfluges drohte das Feuer auch auf benachbarte Gebäude überzugreifen, dies konnte jedoch verhindert werden. Wegen der großen Hitze konnten die Brandermittler bislang nicht die Überreste der Halle inspizieren. Menschen wurden nicht verletzt.

Das Feuer weckte Erinnerungen an den verheerenden Brand in der Anna Amalia Bibliothek im Jahr 2004. Damals fiel der Dachstuhl der zum Weltkulturerbe gehörenden Bibliothek aus dem Jahr 1565 den Flammen zum Opfer, ebenso wie etwa 50 000 Bücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert und wertvolle Gemälde.

dpa

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