Fall Limburg

Kardinal Müller: "Rufmord" an Tebartz-van Elst

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Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der Präfekt der römischen Glaubenskongregation (links) spricht von einem „Rufmord“ am Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Mainz - Keine Gründe für eine Absetzung des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst  sieht der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller.

„Was gegen Tebartz-van Elst läuft, ist Rufmord, da gibt es offenbar eine Lust auf Menschenjagd“, sagte Müller der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ (Montag).

Unter Hinweis auf „vergleichbar gelagerte Fälle, etwa bei Christian Wulff“, äußerte der Kardinal: „Das ist menschenunwürdig, so etwas hatten wir in Deutschland früher schon mal in einer ganz dunklen Epoche.“ Auf den Hinweis, dass der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Trierer Bischof Stephan Ackermann ihm geraten hätten, sich mangels Zuständigkeit aus dem Fall Tebartz-van Elst herauszuhalten, sagte Müller: „Beide sollten sich auf die bischöfliche Kollegialität und christliches Verhalten Mitbrüdern gegenüber besinnen.“

Tebartz-van Elst war wegen seiner Amtsführung und wegen der Kosten von mindestens 31 Millionen Euro für den Bischofssitz auf dem Limburger Domberg in die Kritik geraten. Seit Ende Oktober hält er sich auf Entscheidung des Papstes außerhalb seines Bistums auf. Seit Anfang März liegt der zuständigen Bischofskongregation in Rom der Prüfbericht einer von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzten Kommission zum Finanzgebaren des Bischofs vor. Nicht zuletzt von diesem bislang geheim gehaltenen Bericht dürfte abhängen, wie Papst Franziskus in Sachen Tebartz-van Elst entscheidet.

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kna

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