Mit geklauten PIN-Nummern

Lotto-Betrüger ergaunern Hunderttausende Euro

Saarbrücken - Betrüger ergaunerten bundesweit Hunderttausende Euro. Unter der Nummer von Lotto-Gesellschaften riefen sie bei Lotto-Annahmestellen an und zockten sie ab.

Mit ergaunerten PIN-Nummern für das elektronische Zahlungsmittel „paysafecard“ haben Betrüger bundesweit Lotto-Annahmestellen um etwa 600 000 Euro gebracht. Das teilte Saartoto am Montag in Saarbrücken mit. Wenn neben den bundesweit rund 24 000 Lotto-Annahmestellen auch andere „paysafecard“-Verkaufsstellen wie etwa Tankstellen berücksichtigt würden, läge der Schaden sicher im Millionenbereich, sagte Saartoto-Sprecherin Andrea Schramm. Die „paysafecard“ ist ein Wertgutschein, mit dem über einen PIN-Code im Internet bezahlt werden kann. Persönliche Daten sind hierfür anders als bei anderen Online-Zahlungsmitteln nicht erforderlich.

Die Betrüger rufen den Angaben nach in den Lotto-Annahmestellen an und geben sich als Mitarbeiter einer Lotto-Gesellschaft aus. Im Display erscheint die vermeintlich echte Rufnummer der jeweiligen Lotto-Gesellschaft. Mit zum Teil kostenlosen Anwendungen aus dem Internet könne die mitgesendete Telefonnummer beliebig gewählt werden, sagte Schramm. Die Anrufer behaupten, für Systemüberprüfungen oder zur Aktualisierung der Systemsoftware die PINs von „paysafecards“ zu benötigen. „Sie bauen einen enormen Druck auf“, sagte Schramm. Wer sich weigere, die PINs herauszugeben, dem stellten die Anrufer Umsatzeinbußen in Aussicht.

Lotto-Annahmestellen blieben auf Schaden sitzen

Die betrügerischen Anrufe werden laut Schramm bundesweit seit etwa eineinhalb Jahren beobachtet. In den vergangenen etwa fünf Monaten hätten sie aber zugenommen. Versuche, die Karten kurz nach den Anrufen zu sperren, seien gescheitert, weil sie bereits eingelöst worden seien, sagte Schramm. Auf dem Schaden blieben die Lotto-Annahmestellen sitzen.

Die Saarland-Sporttoto GmbH ist derzeit federführend im Deutschen Lotto- und Totoblock, einem Zusammenschluss aller 16 staatlichen Lotteriegesellschaften in Deutschland.

dpa

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