Mehrjährige Haftstrafen

Minderjährige für Sex gekauft: Freier verurteilt

Leipzig - Weil sie Kinder für Sex gekauft haben, sollen zwei Männer für mehrere Jahre ins Gefängnis.

Das Landgericht Leipzig verurteilte am Mittwoch einen 66 Jahren alten Mann zu einer sechsjährigen Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. Mit diesem Strafmaß entsprach das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte vier Jahre gefordert und sich für eine Sozialtherapie statt Sicherungsverwahrung ausgesprochen.

Das Gericht sah er als erwiesen an, dass der einschlägig Vorbestrafte bei einer Bekannten in Quedlinburg deren damals zehnjährige Tochter und deren 15-jährige Schwester für Sexdienste gekauft hat. Ein 38-jähriger Mitangeklagter wurde entsprechend der Forderung der Staatsanwaltschaft zu fünf Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

Die Frau aus Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) wurde bereits in Magdeburg zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Der Richterspruch ist aber noch nicht rechtskräftig. Die Frau hat Revision eingelegt.

Die beiden Männer, die den Missbrauch auf Fotos und Videos dokumentiert hatten, nahmen das Urteil äußerlich unbewegt entgegen. In seinem letzten Wort hatte der 66-Jährige gesagt: „Mir ist schon klar, dass ich hier nicht sehr gut aussehe.“

Der Vorsitzende Richter der Strafkammer sagte, entlastend hätten sich die Geständnisse der Angeklagten ausgewirkt. Zu dem 66-Jährigen sagte er: „Durch Ihr Leben zieht sich wie ein roter Faden der Hang zur Begehung sexueller Straftaten.“ Unter diesen Umständen liege eine Gefährdung der Allgemeinheit auf der Hand. Er sehe deshalb die Voraussetzung für die Anordnung von Sicherungsverwahrung erfüllt. Von 2004 bis 2010 hatte der Mann eine Haftstrafe wegen Sexualdelikten verbüßt.

dpa

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