Polizei ermittelt

Mysteriöser Tod: Jugendliche sterben auf Boot

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Ausgerüstet mit Atemschutzmasken betreten Feuerwehrleute das Boot.

Waren - An ihrem letzten Schultag wollen sich vier Jugendliche einen gemütlichen Abend auf einem Boot machen. Doch zwei von ihnen sterben, die anderen beiden werden schwer verletzt.

Zwei 17 und 19 Jahre alte Jugendliche sind bei einem tragischen Bootsunglück im Hafen von Waren in Mecklenburg-Vorpommern ums Leben gekommen. Zwei weitere junge Männer im Alter von 17 und 18 Jahren wurden dabei am Freitagabend schwer verletzt, wie eine Polizeisprecherin am Samstag in Neubrandenburg sagte. Ihr Zustand sei weiter kritisch. „Wir gehen von einem tragischen Unglück aus“, erklärte die Sprecherin.

Die genaue Ursache des Unglücks blieb zunächst unklar. Polizei und Feuerwehr gehen aber von einer Kohlenmonoxid-Vergiftung aus. Die Feuerwehr habe Kohlenmonoxid und Propangas in sehr hoher Konzentration auf dem Boot gemessen, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchloses Gas. Wird es eingeatmet, kann es innerhalb von Minuten die Sauerstoffversorgung blockieren und zum Tod führen.

Einer der Toten war unten im Schlafraum gefunden worden, der andere auf der Brücke. Untersucht wird nun, warum keiner der vier Jugendlichen eine Tür öffnete und frische Luft hereinließ. Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg will erst am Montag entscheiden, ob Rechtsmediziner die Opfer obduzieren sollen, wie eine Sprecherin erklärte. Die Behörde wolle die weiteren Ermittlungen abwarten.

Nach bisherigen Erkenntnissen wollten die jungen Männer auf dem Kajütboot im belebten Stadthafen feiern. In Waren gab es wegen des letzten Schultags - wie an vielen Orten - am Freitag Schulabschlussfeiern der Abiturienten. Die Eltern des 19-Jährigen hatten tagsüber mehrfach vergeblich versucht, ihren Sohn telefonisch zu erreichen. Weil sie das ungewöhnlich fanden, fuhren sie zum Hafen - und machten dort den schrecklichen Fund.

„Retter konnten nur noch die Verletzten bergen“, sagte der Leiter des Ordnungsamts, Dietmar Henkel. Durch die Gaskonzentration sei der Einsatz sehr gefährlich gewesen, es habe Explosionsgefahr bestanden. Das Unglücksboot - ein zehn Meter langes Motorschiff mit Badeplattform und unter Deck liegendem Schlafraum - wurde von der Wasserschutzpolizei abgeschleppt.

dpa

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