Lkw-Fahrer verurteilt

Knapp vier Jahre Haft für Opium-Schmuggler

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Der Zoll Berlin-Brandenburg stellte Ende 2013 einen der größten Opium-Funde der letzten Jahre vor. Jetzt wurde der Lkw-Fahrer, bei dem das Opium entdeckt wurde, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.   

Neubrandenburg   - Für einen Bekannten aus dem Iran will ein Lkw-Fahrer eine Rekordmenge Rohopium nach Europa gefahren haben: Er wurde mit 228 Kilogramm Opium erwischt. Jetzt muss der Mann für fast vier Jahre hinter Gitter.  

150 Kilogramm Heroin hätten daraus hergestellt werden können.

Wegen des Schmuggels von 228 Kilogramm Rohopium muss der Lkw-Fahrer für drei Jahre und neun Monate in Haft. Der 58-Jährige wurde am Freitag vom Landgericht Neubrandenburg wegen unerlaubter Einfuhr von Drogen in großer Menge und Beihilfe zum Drogenhandel schuldig gesprochen. Der Mann war im Herbst 2013 an der deutsch-polnischen Grenze bei Pomellen gefasst worden.

Vor Gericht gestand er, dass er die Drogen - versteckt in präparierten Stangen im Lkw-Aufbau - aus dem Iran nach Holland bringen sollte. „Ich habe gewusst, dass in den Spriegeln Rauschgift war, aber nicht wie viel“, sagte der Mann. Es war nach Angaben des Zolls die größte Menge Rohopium, die in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland entdeckt worden ist. Sein Wert wurde auf bis zu 5,7 Millionen Euro geschätzt. Spezialisten hätten daraus rund 150 Kilogramm Heroin herstellen können, hieß es.

Der 58-Jährige arbeitet nach eigenen Angaben seit 30 Jahren als Fernfahrer, war jahrelang zwischen Asien und Europa unterwegs. Dabei habe er einen Mann in Holland kennengelernt, der ihn an „Ali in Teheran“ verwiesen habe. Dort wurde der Lastwagen im November 2013 präpariert. Der Fahrer brachte in einem verplombten Lkw Nüsse nach Danzig in Polen, dann sollte der Lastwagen leer und damit ohne EU-Kontrollen nach Holland fahren. Eine Routinekontrolle des Zolls, dem die Leerfahrt verdächtig vorkam, ließ ihn auffliegen.

„Für die Fahrt sollte ich 5000 Dollar bekommen, habe aber bisher kein Geld erhalten“, sagte der Angeklagte. Dem wollte Richter Klaus Kabisch nicht glauben. Es sei „wenig wahrscheinlich, dass er nicht wenigstens eine Anzahlung bekommen hat“. Aber im Zweifel müsse zugunsten des Angeklagten entschieden werden. Der 58-Jährige war nicht vorbestraft, hat nach eigenen Angaben zwei studierende Töchter und ist einziger Verdiener in seiner Familie mit monatlich etwa 1000 Euro.

dpa

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