Den falschen getroffen

Polizist zielt auf Hund - Kugel trifft Herrchen

Berlin - Eigentlich wollte die Polizei in Berlin einen aggressiven Hund treffen, stattdessen wurde ein Mann angeschossen und schwer verletzt. Wie kam es zu dem Vorfall?

Ein Polizist hat in Berlin anscheinend versehentlich einen 37-Jährigen angeschossen und schwer verletzt. Eigentlich sollte dessen nicht angeleinter aggressiver Hund getroffen werden, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Der Mann habe zuvor einen Polizeibeamten außer Dienst an einer Tankstelle bedroht, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Als der Beamte seine Kollegen alarmierte, flüchtete der Verdächtige den Angaben zufolge mit seinem Hund in ein Gebüsch. Als die anderen Beamten anrückten, soll der Hund „bedrohlich“ auf sie zugelaufen sein.

Daraufhin schoss ein Polizist auf das Tier, traf jedoch den Verdächtigen, der sich hinter dem Hund in dem Gebüsch aufhielt, wie es weiter hieß. Gegen den Schützen werde wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Der Verletzte musste notoperiert werden. Ein später eingetroffenes Spezialeinsatzkommando (SEK) machte den Hund mit einem Taser angriffsunfähig.

Christopher Lauer, innenpolitischer Sprecher der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, bemängelte die Informationspolitik der Polizei als unklar und einseitig: „Der ganze Ablauf wird mir überhaupt nicht klar: Wie viel Zeit verging zum Beispiel zwischen dem Schuss und dem Eintreffen des SEK? War der Hund in der Zwischenzeit nicht aggressiv?“ Außerdem habe die Polizei gewusst, dass der Mann in dem Gebüsch war, bevor der Schuss fiel. „Ich verstehe nicht, wieso es keinen Warnschuss gab“, so Lauer.

dpa

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