Polizei sucht

Rätsel um vermissten Flüchtlingsjungen Mohamed

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Ein Bild aus einer Überwachungskamera vom 01.10.2015, das von der Berliner Polizei zur Fahndung herausgegeben wurde, zeigt einen Unbekannten mit einem Kind. Hat er Mohamed mitgenommen?

Berlin - Wo steckt der kleine Mohamed? Die Berliner Polizei sucht weiterhin intensiv nach dem vermissten vierjährigen Flüchtlingsjungen.

"Die Kollegen haben am Sonntag 600 Flyer verteilt und angeheftet und Anwohner und Gewerbetreibende befragt", sagte am Montag ein Polizeisprecher. Demnach sind bei der Mordkommission mehr als 90 Hinweise eingegangen, nachdem die Polizei Aufnahmen eines Mannes veröffentlicht hatte, der das Gelände vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) mit dem Jungen verlassen hatte.

Nach Polizeiangaben gibt es Hinweise darauf, dass sich der zwischen 35 und 50 Jahre alte Mann bereits in den Monaten Juni und Juli wiederholt auf der oft überfüllten Fläche vor der Erstregistrierungsstelle für Flüchtlinge aufgehalten hatte.

Mohameds Mutter wollte am 1. Oktober einen Termin beim Lageso wahrnehmen, als ihr Sohn plötzlich verschwand. Die Frau lebe mit ihren Söhnen schon längere Zeit in Berlin, sagte der Polizeisprecher. "Wir stehen mit der Mutter in ständigem Kontakt". Es sei "immens wichtig", die Familie über die Suche auf dem Laufenden zu halten.

Von dem vierjährigen Mohamed fehlt jede Spur.

Es ist bereits der dritte Fall binnen weniger Monate in der Region, in dem ein Kleinkind spurlos verschwindet. Seit Anfang Mai wird die fünfjährige Inga aus Stendal im Norden Sachsen-Anhalts vermisst. Zudem sucht die Potsdamer Polizei seit drei Monaten nach dem sechsjährigen Elias. "Wir suchen generell bundesweit nach Parallelen und tauschen uns mit anderen Dienststellen aus", sagte der Berliner Polizeisprecher zur Suche nach Mohamed. Hinweise auf einen Zusammenhang liegen demnach derzeit nicht vor.

AFP

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