Am 20. März zu bewundern

Sonnenfinsternis: Himmelsphänomen - und Herausforderung fürs Stromnetz

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Die Sonnenfinsternis stellt Stromnetze vor eine extreme Belastungsprobe.

Berlin - Sonnenfinsternisse haben einst unsere Urahnen in Schrecken versetzt. An Diesem Freitag sind besonders die Mitarbeiter in Stromnetz-Leitstellen und Schaltwarten sind alarmiert.

Update vom 19. März: Sie suchen einen Live-Stream zur Sonnenfinsternis? Dann sind Sie bei merkur-online.de goldrichtig! Am Freitag können Sie die Sonnenfinsternis 2015 bei uns im Live-Stream sehen und werden außerdem in unserem Live-Ticker über aktuelle News und wichtige Infos auf dem Laufenden gehalten. Sie finden dort auch aktuelle Bilder aus München.

"Die Sonnenfinsternis am 20. März stellt das elektrische System in Europa vor eine große Herausforderung", mahnten bereits die vier Übertragungsnetzbetreiber. Und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe erinnerte gar daran, dass bei Stromausfall Taschenlampen und batteriebetriebene Radios gute Dienste leisten.

Schuld an der Aufregung ist der Mond, der sich am Freitag unbeeindruckt von energiepolitischen Zielvorgaben vor die Sonne schieben und ungewöhnlich große Teile von deren Oberfläche verdecken wird. Bei dieser sogenannten partiellen Sonnenfinsternis werden im Norden Deutschlands bis zu gut 80 Prozent, im Süden immerhin noch mindestens 65 Prozent der Sonnenscheibe verfinstert.

Sonnenfinsternis 2015: Stromnetze können instabil werden

Wenn es während der Sonnenfinsternis wolkenfrei ist, wird dadurch die Stromeinspeisung kurzzeitig deutlich sinken und anschließend wieder drastisch steigen - mit der Gefahr, dass die Stromnetze instabil werden könnten. Denn mittlerweile beträgt die installierte Photovoltaik-Leistung (PV) in Deutschland rund 39.000 Megawatt - deutlich mehr als bei der letzten vergleichbaren Sonnenfinsternis, die 2003 stattfand.

Daher wollen die Übertragungsnetzbetreiber für die Zeit der Sonnenfinsternis mehr sogenannte Regelenergie beschaffen, um so Schwankungen zwischen Stromangebot und -nachfrage auszugleichen. "Bei bewölktem Himmel wird der Einfluss der Sonnenfinsternis auf die PV-Einspeisung dagegen vergleichsweise gering sein", berichteten die vier Unternehmen.

Sonnenfinsternis 2015: Wolken könnten den Blick versperren

Tatsächlich ist zumindest im Westen und Nordwesten Deutschlands während der Sonnenfinsternis mit vielen Wolken zu rechnen, wie es beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach hieß. "Dort dürfte der Blick auf die Sonnenfinsternis zum Roulettespiel werden", sagte ein Meteorologe. Im Süden und Osten dagegen wird es vielerorts sonnig werden.

Lesen Sie hier: Wo sie die Sonnenfinsternis 2015 am besten beobachten können

Während die besorgten Übertragungsnetzbetreiber für ihre Vorbereitung auf die Sonnenfinsternis eigens wissenschaftliche Studien erstellen ließen, freuen sich die Astronomiebegeisterten auf ein seltenes Naturschauspiel.

Denn eine Sonnenfinsternis wie am kommenden Freitag gibt es nicht alle Jahre. Sie wird zwar lange nicht so spektakulär sein wie eine totale Sonnenfinsternis, bei der die Sonne vom Mond vollständig verdeckt und der Tag kurzzeitig zur Nacht wird - eine solche totale Verfinsterung war in Deutschland zuletzt 1999 zu bewundern, die nächste findet erst wieder 2081 statt.

Dennoch nimmt die partielle Sonnenfinsternis in der kommenden Woche eine Sonderstellung ein. Denn eine Finsternis mit einem ähnlich hohen Bedeckungsgrad der Sonnenscheibe wird es erst 2026 wieder geben. Das kosmische Schauspiel beginnt am Freitagmorgen gegen 9.30 Uhr und endet am späten Vormittag kurz vor 12.00 Uhr. In dieser Zeit verwandelt sich die Sonne in eine Sichel, und es wird vorübergehend spürbar dunkler in Deutschland.

Sonnenfinsternis niemals ohne Spezialbrille betrachten!

Wie stets bei Sonnenfinsternissen warnen Experten auch diesmal nachdrücklich davor, die Finsternis bei wolkenlosem Himmel ohne Spezialbrillen zu verfolgen- gewöhnliche Sonnenbrillen reichen zum Schutz der Augen nicht aus. Auf keinen Fall sollten Himmelsgucker vermeintlichen Geheimtipps vertrauen und eine verfinsterte, aber immer noch blendende Sonne durch rußgeschwärzte Glasscheiben, belichtete Filme oder Gletscherbrillen betrachten - schlimme Augenverletzungen können die Folge sein. Wer gar durch ein Fernglas oder Teleskop ohne Spezialfilter auf die Sonne blickt, nimmt seine Erblindung in Kauf.

"In einem Fernglas oder einem Kameraobjektiv bündeln sich gefährliche Sonnenstrahlen wie hinter einem Brennglas", mahnte der Arzt Marko Ostendorf vom Infocenter der R+V-Versicherung. Die Strahlen könnten dann "die Netzhaut des Auges in Bruchteilen von Sekunden zerstören".

Hier gibt's alle Infos zur Sonnenfinsternis 2015.

AFP

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