Trauer im Leipziger Zoo

Baby tot! Hier nimmt die Elefanten-Mama Abschied 

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Die Elefanten Don Chung (l-r), Muttertier Hoa und Trinh nehmen am 31.03.2015 Abschied von dem sechs Tage alten Elefantenjungtier im Zoo Leipzig (Sachsen).

Leipzig - Das Team des Leipziger Zoos trauert um sein Elefanten-Baby. Alle aufwendige medizinische Betreuung war umsonst.

Fast eine Woche lang haben Pfleger und Mediziner im Zoo Leipzig um das Leben des Elefanten-Babys gekämpft - am Ende vergeblich. Das kranke Jungtier wurde am Dienstagnachmittag eingeschläfert, wie Zoo-Direktor Jörg Junhold mitteilte. „Wir haben alles getan, sind medizinisch sowie personell an die Grenzen gegangen und haben nichts unversucht gelassen. Jetzt mussten wir es der Kleinen ersparen zu leiden.“ Das gesamte Zoo-Team sei enttäuscht und traurig.

Das Elefanten-Mädchen war am Mittwoch vergangener Woche auf die Welt gekommen. Von Anfang an gab es Sorgen um das Tier, weil es weder laufen konnte noch selbstständig trank. Mit 68 Kilogramm war es zudem sehr leicht und schmächtig. Am Donnerstag stellte sich bei einer Röntgenuntersuchungen heraus, dass der kleine Elefant ein gebrochenes Bein hatte. Am Freitag wurde der Bruch operiert. Danach sah es zunächst besser aus für das Tier. Allerdings trank es weiter nicht und wurde künstlich ernährt.

„Wir haben einen Kampf verloren“, sagte Junhold. „Es war die letzten sechs Tage für uns alle ein Wechselbad der Gefühle.“ Der Zustand des kleinen Elefanten habe sich immer mehr verschlechtert. „Die Ernährung ist nicht in Gang gekommen.“ Seit Dienstagmorgen habe das Elefanten-Baby nur noch in einem Dämmerzustand in seiner Box gelegen. Daraufhin hätten sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, das Tier einzuschläfern.

Der Mutter Hoa gehe es soweit gut, sie habe sich wieder unter die Herde gemischt. Allerdings war dies schon das zweite Drama um ein Jungtier von ihr. Ihren ersten Nachwuchs hatte Hoa 2012 direkt nach der Geburt attackiert und getötet. Das zweite tote Elefantenbaby soll nun von Experten in Berlin noch pathologisch untersucht werden.

dpa

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