Schadenersatz-Prozess

Vater von Winnenden-Amokläufer verurteilt

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Kreidespuren zeigen den Umriss des Amokläufers Tim K. vor einem Autohaus in Wendlingen am Neckar am 15.03.2009, wo er sich bei seinem Amoklauf erschossen hatte.

Stuttgart - Mehr als sechs Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden ist der Vater des Täters zu Schadenersatz verurteilt worden.

Er muss der Unfallkasse Baden-Württemberg die Kosten für die Heilbehandlung von Schülern, Eltern und Lehrern ersetzen. Das entschied das Landgericht Stuttgart am Freitag. Die Richter begründeten dies damit, dass dieser die waffenrechtlichen Aufbewahrungspflichten verletzt habe (Az. 15 O 44/14). Die konkret als Schadenersatz zu zahlende Summe muss laut Gericht noch festgelegt werden. Die Versicherung machte eine Forderung in Höhe von knapp 717.000 Euro geltend.

Die Unfallkasse hatte gegen die Eltern auf Schadenersatz für geleistete Aufwendungen für Opfer des Amoklaufs geklagt. Der damals 17-jährige Tim K. hatte im März 2009 mit der Pistole seines Vaters 15 Menschen erschossen und anschließend sich selbst getötet. Der Vater wurde später zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt, weil er die Waffe nicht ordnungsgemäß weggesperrt hatte.

Anders als beim Vater wiesen die Richter die Klage gegen die Mutter ab. Eine Verletzung der Aufsichtspflicht lasse sich "jedenfalls nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit" feststellen, erklärte das Gericht. Es habe nicht nachgewiesen werden können, dass sie bereits vor dem Amoklauf "sichere Kenntnis" vom Aufbewahrungsort der Waffe erlangt habe.

AFP/dpa

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