Dietzenbach - Platzverweis für den bitteren Ernst des Lebens: Der hatte bei der neunten Prunksitzung der Steinberger Fußball-Sondermannschaft (SC-Soma) in der ausverkauften, närrisch-bunt herausgeputzten Vereinsgaststätte „Sportscooker“ nun wirklich nichts zu suchen. Von Matthias Towae

© Towae
Zeigten, was sie drauf (und drunter) hatten: „Florians Jünger“, das Männerballett der Freiwilligen Feuerwehr, ließen vor allem die Frauenherzen bei der Prunksitzung der SC Soma in Steinberg höher schlagen.
Umso größer der Spielraum für Heiterkeit und Frohsinn, der auch freudig genutzt wurde – und das weit über 90 Minuten hinaus.
Mit humorvoll-kurzweiligen, zuweilen auch routinierten Auftritten glänzten alle, die sich vor das Publikum wagten. Dabei hatten sie leichtes Spiel, denn das Publikum hatte offenkundig schon ordentlich Fahrt aufgenommen, noch ehe die erste „Halbzeit“ begonnen hatte. Zurückgelehnt hat sich dennoch niemand, ins Zeug gelegt hingegen umso mehr. Ein fröhliches Stelldichein gaben sich beispielsweise der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Dreieich-Götzenhain/Offenthal, das junge Tanzgarde-Paar Alexandra Bohl und Marc Wieser, die aufgrund der kuschelig-engen Platzverhältnisse lediglich abgespeckte Prinzengarde-Aufstellung mit vier Tänzerinnen, sowie der Eppertshäuser Mike Lorenz, der mit seinem Lied „Gianna“ („Im Auto wollt’ ich sie lieben, für Wolfgang Petry wurd’s geschrieben…“) für Stimmung sorgte. Allen voran begeisterte der erst 15-jährige Ober-Rodener Michael Reisert mit seiner Büttenrede „Ein Chiller“ – ein Nachwuchstalent und doch kein Neuling. Denn Reisert begann seine närrische Büttenredner-Karriere bereits im Alter von sechs Jahren.
Auch Büttenredner Boris Reisert gab eine gute Figur ab: Als Sportskanone verkleidet, sinnierte er gekonnt über das Thema Leibesertüchtigung. So fordernd diese zuweilen sein kann, so fordernd waren auch die zum Schluss seiner Rede angestrengten, sich geradezu überschlagenden Reim- und Verskanonen, mit denen er sein Publikum traf. Eine überzeugende Leistung, zweifelsfrei.
Für großes Helau und Hallo sorgten wieder die „Florians Jünger“ der Freiwilligen Feuerwehr mit ihrem ungeniert-vorzeigefreundlichen Männerballett. Die Frauenherzen brannten für die neun Jungs; die Zugabe war somit keine Frage des Wollens, sondern eine des Müssens. Den ironischen Abgesang auf die erste von zwei Soma-Prunksitzungen übernahmen kurzerhand die vier „Bieberbachlerchen“ (Gerhard Bohl, Karl-Heinz Hock, Stephan Pöhner und Mitorganisator und Vorsitzender Bernd Kunert). Aus dem bekannten Schlager „Griechischer Wein“ wurde da etwa „Kriech ich’n Wein?“ und aus Roberto Blancos „Ein bisschen Spaß muss sein“ der Text: „Ein bisschen Gras muss sein, da rollt der Ball von ganz allein…“.
Das der Prunksitzung vorsitzende Dreigestirn lobte denn auch zurecht die einzelnen Auftritte, verteilte feuchte Händedrücke, ebensolche Schmatzer und jede Menge jeckische Orden, und gemeinsam mit dem Prinzenpaar wurde noch bis in die frühen Morgenstunden hinein getanzt und gefeiert.
Ein ebensolcher Spaß verspricht auch die zweite Soma-Prunksitzung am Freitag, 10. Februar, zu werden. Die ist allerdings ebenfalls schon ausverkauft.
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