Froschhausen (kai) - „So richtig stolz, aus echt‘ Froschhäuser Holz“ - schöner hätten Oliver I. und seine Holde, Jenny I. , ihre musikalische Antrittsrede nicht zusammenfassen können.

© Hampe
„Wallach, nicht mehr Hengst“: Jungsenior Norbert Burkard.
Im doppelten Jubiläumsjahr - 725 Jahre Froschhausen, davon 120 Jahre mit dem Gesangverein „Harmonie“ - haben die Prinzenpaarsucher des örtlichen Gesangvereins einmal mehr ein Führungsduo nach Maß gefunden und im Verlauf der beiden Galasitzungen am Wochenende in der „Gut Stubb“ des Ortsteils, dem Bürgerhaus, vorgestellt.
Prinz Oliver aus dem Hause Göbel ist im bürgerlichen Leben mit der Seligenstädter Ex-Prinzessin Silke verheiratet. Mit ihr hat der 42-jährige Mediengestalter zwei Söhne. Indes ist seine Liebe zur Narretei nicht nur angeheiratet. Nein, seine Durchlaucht ist selbst aktiv: Für den zweiten Tenor im Harmonie-Chor gehört es zum guten Ton, auch bei den „Harmonisten“ und den Hofsängern die Stimme zu erheben.
Oliver I. ist seit 27 Jahren Vereinsmitglied und leitet zusammen mit seinem Bruder im Vorstand den Geschäftsbereich „Gesang“. Weiterhin engagiert er sich als Jugendtrainer in der Fußballabteilung der Seligenstädter Sportfreunde.
Das Glück des Amtes macht indes erst die Prinzessin perfekt. Jenny I. Malsy wäre - schwört der Prinz - ohnehin seine allererste Wahl gewesen. Kein Wunder, denn Fastnachtsblut rauscht schon lange durch ihre Adern. Seit 1998 ist die heute 22-Jährige in den Gardereihen aktiv, tanzt und trainiert bei der Showtanzgruppe „Dance for Harmony“ und gehört zu den „Eesern“.
Das Stimmungsquartett mit lauter jungen Damen darf mittlerweile auf keiner Harmonie-Sitzung fehlen und brachte erneut den Saal zum Kochen - unter anderem mit „Ich gestand ihm meine Liebe im Bürgerhaus Froschhausen“, einem Song mit Hymnenpotenzial.
Das 49. Froschhäuser Prinzenpaar, das traditionell den karnevalistischen Adelsreigen im Ostkreis komplettiert, erlebte mit den beiden Frohsinns-Galas, in deren Verlauf Otto Schmitt die Verantwortung als Elferrats-Chef für die kommenden Jahre an seinen Kollegen Jürgen Kiehl übergab, einen Höhepunkt in der 57. Kampagne.
Gleiches lässt sich vom Schautanz der Midi-Garde behaupten. Zusammen mit ihren Trainerinnen Nadine Kiehl und Sandra Schmitt hatte die 13-köpfige Truppe zu einem Queen-Medley eine beeindruckende „We will Rock You“-Nummer mit Blick fürs Detail erarbeitet: Von Nietengürtel, Netz- und Neon-Look bis hin zu Sicherheitsnadeln und Luftgitarre stimmte alles. Freddy Mercury hätte seine Freude daran gehabt.
„Was war schlecht, und was war toll? Was gehört ins Protokoll?“ Bei einem so ereignisreichen Jahr musste Monika Sticksel ihren politischen und lokalen Rückblick mehr als einmal über den Haufen werfen. So formierte sich der Vortrag aus lauter Begebenheiten, die man besser nicht erwähnt: Guttenberg („endlich mal ein Mann, den man vorzeigen kann“), Rösler („Mal was zum Lachen“) oder die Offenbacher Kickers („zu bleed zum Uffschdeische“) - viele bekamen ihr Fett weg. Auch im Westen nichts Neues: Froschhausen hat immer noch keinen Supermarkt, dafür einen neuen Kreisel. Nur bei einer Nachricht bekam die Protokollerin selbst Schnappatmung: Clooneys George ist wieder solo!
Natürlich kam sie auch nicht an der Eurokrise vorbei, und auch die „Harmonisten“, die sich heuer unter der Leitung von Johannes Wallbaum als „Götter des Olymp“ die Toga überstreiften, glossierten das Hin und Her um die Sirtaki-Pleite. Da hilft nur Lokalpatriotismus: „Sind wir auch eingemeindet, wir bleiben, wie wir sind.“ Die Idee zur Inszenierung hatten Karlheinz Bastkowski und Ewald Ott.
Euro zum Dritten: Felix und Moritz Düll erklärten zusammen mit Papa Oliver den Rettungsschirm. Letzterer brillierte als Berlusconi-Double, dem nach Bunga-Bunga finito jetzt nur noch „Tuttifrutti mit der Mutti“ bleibt.
Ganz unpolitisch zeigte sich Norbert Burkard in der Bütt: Als „Jungsenior“ zieht er schon länger die Apotheken-Umschau dem Playboy vor und ist auch sonst eher mit Rückenschule, Sudoku und Entenfüttern beschäftigt. Motto: „Man ist jetzt Wallach, nicht mehr Hengst.“
Das Jungseniorinnenalter schon längst hinter sich gelassen haben die beiden „Froschhäuser Festdamen“: In ihrem Vortrag („Lieber mit 120 geplatzt als mit 70 verdörrt“) nahmen Astrid Walter und Prinzgemahlin Silke Göbel Bezug aufs Festjubiläum und stellten fest: Die jungen Dinger von heute haben beim Feiern einfach keine Ausdauer mehr. Und wenn’s die eigenen Elfer nicht mehr bringen, tut’s zur Not auch einer vom Heimatbund. Margret Kiehl verhedderte sich indes beim „Shopping im Netz“ und geht in Zukunft lieber wieder offline auf Schnäppchenjagd. Bei solchen Vorträgen macht die Fastnacht Spaß!
Zwar adelig, aber keinerlei Konkurrenz zum Prinzenpaar: Die Kerle vom Männerballett wirbelten mit Tanz und Akrobatik als Könige von Mallorca über die Bühne. Karin Stadler und Nicole Streb hatten „die Untrainierbaren“ für die Kampagne in Form gebracht.
Stimmungshochs auf dem Weg zum Finale waren neben der Stammformation „MaBaBu und Co.“ (Norbert Burkard, Karli Bastkowski, Hubert Malsy, Robert Kraft) sowie den Hofsängern auch die Tanzgruppe „Dance for Harmony“: Deren Bühnenshow von und mit Prinzessin Jenny Malsy und ihrer Cotrainerin Jennifer Schmitt unter dem Motto „Burlesque“ setzte einem grandiosen Programm, das viel Lust auf Rosenmontag machte, die Krone auf.
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