Rödermark - Selbst die ganz Jungen bedienen sich aus den Beständen der Alten. Line Schallmayer und Leon Obmann haben im Kostümkeller der „rod Scheier“ gekramt und zwei Schlafanzüge von anno dazumals samt passender Hauben gefunden. Von Michael Löw

© Löw
Leon Obmann und Line Schallmayer, die Moderatoren der TS-Kindersitzung, haben sich für ihren großen Auftritt mit Großmutters Schlafanzügen aus der Requisitenkammer ausstaffiert.
Wir sind dem Beispiel von Line und Leon gefolgt und haben uns mal in den närrischen Kleiderkammern von TS und TG Ober-Roden sowie vom KSV Urberach umgeschaut. Es war eine vergnügliche Zeitreise durch den Rödermärker Karneval.
„Bei 200 Kostümen habe ich aufgehört zu zählen“, sagt Nicole Obmann, die zwischen den ganzen Regalen den Überblick behält. Fast alles ist selbst geschneidert, weil es sich kein Verein leisten kann, Kostüme in Tanzgruppenstärke zu kaufen. Manche der Fastnachtsklamotten hängen seit Jahren unbenutzt an den Kleiderständern. Andere - wie die vor fast 40 Jahren von Sigrid Merker genähten Röcke feuriger Spanierinnen - tauchen immer wieder auf der Bühne der Turnerschaft auf.
Unzählige schöne Stunden hätten sie da unten schon erlebt, berichten sie. Aber auch im Urberacher Karneval gibt es traurige Momente. Anfang der Neunziger verunglückte eine ihrer Narrenschwestern aus der Gymnastikabteilung kurz vor der Kampagne auf tödlich mit dem Auto. Das für sie genähte „Wildecker Herzbuben“-Kostüm hängt seit diesem Tag unberührt auf seiner Stange.
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