Mainz - Aufgepasst auf die Krawatten: Mit der Weiberfastnacht am Donnerstag, 16. Februar, steuert das närrische Treiben in Deutschland seinem Höhepunkt entgegen.

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Närrinen posieren zu Beginn der Weiberfastnacht mit Scheren.
Vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands stürmen Tausende „Weiber“ in vielen Städten die Rathäuser und übernehmen für einen Tag das Kommando. Kein Schlips wird dabei vor ihnen sicher sein: Traditionell werden die Krawatten der Männer an diesem Tag gnadenlos gekürzt. Der Startschuss für die Weiberfastnacht fällt meist um 11.11 Uhr.
In den Karnevals-Hochburgen in Nordrhein-Westfalen werden Zehntausende Zuschauer erwartet. In Köln übergibt der Oberbürgermeister dem Dreigestirn - Prinz, Bauer und Jungfrau - für die kommenden Tage den Schlüssel zur Stadt. Auch in Düsseldorf setzen die „Weiber“ zum Sturm auf das Rathaus an.
Der Ausdruck „Weiberfastnacht“ zeigt, dass zur Fastnacht die sonst gültigen Regeln auf den Kopf gestellt werden, so dass neben den Narren nun auch gerne einmal die Frauen das Zepter in die Hand nehmen dürfen - was früher ungewöhnlich war. Noch heute übernehmen sie symbolisch die Herrschaft, stürmen in den rheinischen Karnevalshochburgen das Rathaus und versammeln sich verkleidet oder auch maskiert in Grüppchen, um durch die Gegend zu ziehen und Männer zu belästigen.
Wer an diesem Tag eine Krawatte trägt, hat Pech gehabt, denn diese wird von den regierenden Frauen gnadenlos abgeschnitten. Der Brauch des Weiberregiments wird aber auch auf vorchristliche Fruchtbarkeitsriten zurückgeführt: Mit der Frau, die der Natur näher steht als der Mann, werden alle Wachstumskräfte dargestellt. Junge, schöne und kräftige Frauen sollen zudem die Reproduktionskräfte der Natur zeigen.
Im Südwesten Deutschlands spricht man am letzten Donnerstag vor der der vorösterlichen Fastenzeit vom „schmutzigen“ oder „schmotzigen Donnerstag“. Das Wort „schmutzig“ hat allerdings nichts mit Schmutz zu tun, sondern leitet sich ab vom schwäbisch-alemannischen Wort „Schmotz“, was soviel wie „Fett“ bedeutet. An anderen Orten wird vom „fetten“ oder „feisten Donnerstag“ gesprochen. Alle diese Ausdrücke verweisen auf den früheren Brauch, vor der Fastenzeit zu schlachten und fett- oder schmalzgebackene Fastnachtsküchlein, -kreppel oder -krapfen - heute weitgehend als Berliner bekannt - herzustellen, um das Fett aufzubrauchen, das während der Fastenzeit tabu war.
Weitere Bezeichnungen sind „unsinniger“ oder „gumpiger Donnerstag“. Das Wort „gumpig“ stammt vom mittelhochdeutschen Wort „gumpen“ ab und bedeutet soviel wie „sich auf und ab bewegen“, „hüpfen“ oder übertragen „Possenreißen“. Diese Bezeichnungen verweisen auf den Aspekt, dass von diesem Tag an die Narren los sind. Weitere Bräuche gibt es im badisch-schwäbischen Raum: Dort ziehen in vielen Orten am Donnerstagmorgen schon frühzeitig weiß gekleidete Gestalten in Nachthemden umher, oder Musikkapellen und Fanfarenzüge wecken lautstark die schlafende Gemeinde.
dpa



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