Berlin - Alle Valentinstage wieder geht ohne Rose gar nichts, am besten in rot. Millionen Euro geben die Deutschen jedes Jahr für die dornigen Blumen aus. Von Christina Horsten (dpa)

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Rosen an Valentinstag
Der Valentinstag ist das Fest der Liebe - und das der Rose. Auf kaum einen anderen Tag im Jahr freut sich die Blumenindustrie so wie auf den 14. Februar. Die „Königin der Blumen“ hat eine lange Geschichte.
Die Entstehung der Gattung sei noch nicht vollständig geklärt, sagt Katja Hesselbarth von der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde. Alles deute aber darauf hin, dass schon Rosen blühten, bevor der Mensch auf der Erde lebte. Die ersten Menschen nutzten Rosen wahrscheinlich als Nahrungsmittel. Die frühesten bekannten Aufzeichnungen über Rosen stammen aus dem fünften Jahrhundert vor Christus vom chinesischen Philosophen Konfuzius.
In der Antike wurde die Rose erstmals als „Königin der Blumen“ bezeichnet. Griechen wie Römer sahen in der dornigen Pflanze etwas Göttliches und ein Symbol für Sinnlichkeit und Liebe. Auch im Christentum und im Islam ist die Rose ein wichtiges Symbol. Sie steht unter anderem für Verschwiegenheit, Schmerz, Vergänglichkeit und Tod - und natürlich für die Liebe.
Das ist schwer zu sagen, denn nicht jede neue Züchtung wird auch geschützt und damit öffentlich. Nach Schätzungen der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde sind seit dem 18. Jahrhundert etwa 30 000 verschiedene Rosensorten entstanden und gezüchtet worden. Deutschlandweit geschützt sind nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Pflanzenzüchter etwa 180 Sorten.
Ihre Namen bekommen die verschiedenen Rosensorten von den Züchtern. Dabei können manchmal merkwürdig klingende Ergebnisse herauskommen: Shocking Versilia, Konfetty, Forever Young, Crazy One, Pavarotti, Hot Merengue oder Happy Time. "Es gab auch schon Sorten, deren Name geändert werden musste, damit sie sich besser verkaufen", sagt Santiago Murillo, Manager einer ecuadorianischen Rosenfirma. "'Freedom' hieß früher zum Beispiel 'Blood Patriot'. Das hat keinem gefallen."
Zwischen Januar und Oktober 2011 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fast eine Milliarde Rosen nach Deutschland eingeführt: 924 532 624 Stück. Alle deutschen Privathaushalte haben nach Informationen der Förderungsgesellschaft Gartenbau 2010 insgesamt 234 Millionen Euro für Rosen ausgegeben, das war allerdings weniger als in den Vorjahren.
Der Markt ist hart umkämpft. Länder wie Kenia und Äthiopien und südamerikanische Staaten wie Ecuador und Kolumbien machen sich auf, mit ihren Rosen den Niederlanden die Vormachtstellung zu entreißen. Viele Gewächshäuser beispielsweise in Ecuador stehen in Äquator-Nähe auf mehr als 3000 Metern Höhe - das lässt die Rosen größer und ihre Blüten voller werden. In Europa ist der Schnittrosenanbau dagegen stark rückläufig, weil die Produktion wegen der hohen Energiekosten immer unwirtschaftlicher wird. Trotzdem stammten zwischen Januar und Oktober 2011 dem Statistischen Bundesamt zufolge noch rund zwei Drittel aller nach Deutschland exportierten Rosen aus den Niederlanden. Auf den Plätzen folgen Kenia, Sambia, Ecuador und Kolumbien.
Grundsätzlich müssen die Blüten immer größer und perfekter, die Stiele immer länger und der Duft immer ausgeprägter werden, sagen alle Experten. Das ist allerdings je nach Land unterschiedlich: In Russland gehe unter einer Stiellänge von 80 Zentimetern nichts, am liebsten 1,20, sagt Rosenzüchter Murillo. In Europa reicht eine Stiellänge von 80 Zentimetern aus und die Amerikaner haben noch kleinere Röschen als Sträuße gern. Die Japaner mögen pastellfarbene Blumen. Eine der am besten verkauften Rosen weltweit ist seit Jahren die rote Sorte "Freedom".
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