Eigentlich ist es ein Tag wie jeder andere – oder sollte es zumindest sein. Denn wer liebt, zeigt das – hoffentlich – auch an den anderen Tagen im Jahr. Von Barbara Wellmann

© pixelio/sassi
Es gibt so viele Arten „Ich liebe Dich“ zu sagen - da können Männer schonmal überfordert sein.
Nichtsdestotrotz hat sich der Valentinstag als Tag der Liebenden seit den 50ern in Europa etabliert und wird vor allem von der Weiblichkeit äußerst ernst genommen. Während die Männer ihn gerne mal vergessen – oder verdrängen. Mit großen Erwartungen macht Frau sich Hoffnungen, träumt von trauter Zweisamkeit und kitschiger Romantik und macht es ihrem Liebsten damit besonders schwer. Der hat es nämlich gar nicht so leicht, sich was Nettes einfallen zu lassen, das passende Geschenk zu finden und vor allem die richtigen Worte. Für sie ist es ein Pflichttermin mit Pflichtgeschenken. Aber auf keinen Fall darf es das Gleiche sein, wie im vergangenen Jahr. Das wichtigste ist jedoch, dass das Geschenk ehrlich von Herzen kommt.
Männer stehen damit unter enormen Druck – doch weibliche Nachsichtigkeit wäre kaum zu erwarten. Also legen sie sich ins Zeug, grübeln, googeln, kaufen, und manch Romantiker bastelt sogar. Sehr zur Freude von Floristen und Nice-Scheiß-Geschäften.
Nur auf Platz zehn, aber trotzdem bei vielen Frauen sehr beliebt, ist der klassische Liebesbrief. Klar ist es schön, endlich mal schriftlich zu erhalten, was man sonst meist nur in knappen Sätzen zu hören bekommt, aber vor allem hat Frau damit für das restliche Jahr den schriftlichen Beweis und kann ihren Liebsten festnageln.
Ganz wichtig sind immer noch die Blumen und die sprechen eine klare Sprache. Viele Männer wissen das und bleiben deshalb bei der traditionellen roten Rose – da kann man schließlich wenig falsch machen. Doch wie wäre es mal mit Abwechslung. Die Chrysantheme macht ein klares Angebot: „Mein Herz ist frei für dich“, auch der Enzian sagt deutlich: „Deine Schönheit ist überwältigend“. Wer den Tag nutzen möchte, um klare Verhältnisse zu schaffen, der schenkt Distel („Die Sache ist mir zu gefährlich“), Schilf („Entscheide dich endlich“) oder im schlimmsten Fall Heidekraut: „Lass mich bitte in Ruhe. Ich liebe die Einsamkeit.“
Ja, das muss Mann erstmal wissen. Und Frau schraubt am besten ihre Erwartungen runter und hält sich frei an Wilhelm Busch: „Will das Glück nach seinem Sinn, dir was Gutes schenken, sage Dank und nimm es hin ohne viel Bedenken.“
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