50 Jahre Star Trek

Das Beamen klappt noch nicht ganz...

München - Vor einigen Jahren scherzte Microsoft-Gründer Bill Gates mit dem inzwischen verstorbenen Apple-Chef Steve Jobs, Apple werde sicher bald das Gerät zum Beamen präsentieren. Von Ralf Isermann

Einen iBeamer gibt es noch nicht – doch der Übergang der Science Fiction der 60er-Jahre in den heutigen Alltag ist erstaunlich. Schon in der ersten Star-Trek-Folge „The Man Trap“ vor 50 Jahren bekamen die Zuschauer viel Erstaunliches zu sehen. Captain Kirk sprach etwa mit einem Kommunikator genannten Gerät beim Besuch eines Planeten mit Lieutenant Uhura auf der Enterprise. Der aufklappbare Kommunikator erinnert stark an Handys inzwischen überholter Bauart. Der Mobilfunkkonzern Motorola nannte sein dem Kommunikator ähnelndes erstes Klapphandy denn auch StarTAC. 30 Jahre lagen dazwischen.

Die Star-Trek-Ideen beobachtet Metin Tolan ganz genau – als eingefleischter Fan der Serie und Physik-Professor an der Technischen Universität Dortmund. Derzeit findet er faszinierend, wie das in Star Trek selbstverständliche Unterhalten zwischen Menschen und Außerirdischen mit Apparaten auch Einzug in die Informationstechnologie hält. Es gebe die ersten Geräte, in die auf Englisch etwas gesprochen werde, was auf Deutsch übersetzt wieder herauskomme.

Viel weiter sei die Technologie bei den Möglichkeiten, sich mit Computern zu unterhalten und etwa Antworten auf Fragen zu bekommen, die in das Handy gesprochen werden. In einer Folge sei zudem Captain Kirks Vorgänger als schwerstbehindert dargestellt worden, seinen Rollstuhl habe er nur mit den Gehirnströmen gesteuert – auch diese Forschung sei inzwischen stark ausgeprägt.

Raumfähre "Enterprise": Abschiedsflug durch New York

Während in der Kommunikationstechnologie vieles den Sprung aus dem Fernsehen ins Leben nahm, sind einige der physikalischen Besonderheiten der Serie wohl dauerhaft auf die reine Theorie begrenzt. Beispielsweise nutzt die Enterprise unterschiedliche Antriebe. „Für Reisen im Sonnensystem wird der Impulsantrieb verwendet, für große Entfernungen im Universum dagegen der Warp-Antrieb“, erläutert Tolan. Warp kommt aus dem Englischen und heißt krümmen oder verzerren. Das Raumschiff bewegt sich nicht selbst, sondern wird vom Raum bewegt. Theoretisch sei das machbar – aber nötig wäre dafür die Energie von 20 unserer Sonnen.

Ähnlich ist es mit der äußerst komfortablen Reisemethode des Beamens. Auch hier scheitert die theoretisch mögliche Technik an der notwendigen Energiemenge. Selbst Apple wird also so schnell kein Gerät zum Beamen erfinden. (afp)

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