| Name: | The Grey - Unter Wölfen |
| Regisseur: | Joe Carnahan |
| Schauspieler: | Liam Neeson, Frank Grillo, Dermot Mulroney |
| Jahr: | 2011 |
| Länge: | 117 |
| Land: | USA |
| Genre: | Action |
| Verleih: | Universum |
| Starttermin: | 12.04.12 |
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Neeson spielt den Scharfschützen John, der in einer Erdölraffinerie in Alaska die Bohrarbeiter gegenüber Angriffen durch wilde Tiere verteidigen soll. Auf dem Heimflug nach Kanada stürzt das Flugzeug mit den Arbeitern ab, und nur ein paar Männer überleben – fern jeglicher Zivilisation, mitten in der Eiswüste, wo nicht nur der baldige Tod durch Erfrieren und Verhungern droht, sondern auch reißende Schluchten und reißende Wölfe lauern: Ein riesiges Raubtier-Rudel macht gnadenlos Jagd auf die menschlichen Eindringlinge.
Zu Beginn sieht man John, der durch den tragischen Verlust seiner Frau jeglichen Lebensmut verloren hat und sich die Schrotflinte in den Mund steckt, aber im letzten Moment durch Wolfsgeheul am Abdrücken gehindert wird. Im Laufe des Films zeigt Liam Neeson auf packende Weise, wie ausgerechnet diese gebrochene Kreatur zum Leitwolf des Menschenrudels avanciert: Die Überlebensinstinkte in John erwachen, weil er am Ende der Welt die Chance auf einen neuen Anfang wittert.
Raue Kerle kämpfen in der rauen Wildnis ums nackte Überleben: Autor und Regisseur Joe Carnahan wirft in seinem nervenzerfetzenden, philosophisch angehauchten Thriller existenzielle Fragen auf, lässt die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen und wagt einen Blick in finsterste Abgründe der menschlichen Seele. Dabei bietet er kein aufgemotztes Spektakel mit simulierten Stürmen im Studio, sondern setzt auf gnadenlosen Realismus: Gedreht wurde tatsächlich bei klirrender Kälte in British Columbia. In der gottverlassenen Einöde, deren Palette etwa von bleigrau bis blaugrau reicht, setzen nur Blutspritzer bisweilen Farbakzente.Die weitgehend vorhersehbare Handlung folgt dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip, die Nebenfiguren bleiben reine Stereotypen, und die teilweise digital animierten Wölfe sind wahrlich keine Geniestreiche. Doch all das tut der atemberaubenden Spannung keinen Abbruch: Carnahan jagt sowohl Liam Neeson als auch die Zuschauer unerbittlich durch die graue Hölle; er beschleunigt oder drosselt nach Belieben das Tempo und unterbricht emotionale Momente ohne Vorwarnung durch Schockeffekte. Kurz gesagt: Er inszeniert mit eisiger Präzision – knallhart, konsequent, kompromisslos. Kleiner Tipp: Nach dem Abspann geht der Film noch weiter!
Marco Schmidt






































































