Da wirkte die Überschreibung des „Italienischen Konzerts“ und der „Französischen Ouvertüre“ als „Zweyter Theil der Clavier Übung“ (1735) wie eine glatte Untertreibung.
Schon beim ersten Werk in F-Dur, auch an Vivaldis Instrumentalkonzerte anknüpfend, zog Bergner alle Register seines Könnens, um Bachs große Orchesterform aufs zweimanualige Cembalo zu übertragen. Von Beginn an überragten feine bis kraftvolle Klangstufungen zwischen Tutti- und Solothemen, gerahmt von strahlkräftigen Ecksätzen, selbst in überbordenden Verzierungen gebündelt, durch fein balancierendes Spieltemperament. Das beseelte Andante der zweiteiligen Aria in der Mitte wirkte wie ein Vorgriff auf frühklassische Klaviersonaten. Dabei brachte Bergner in biegsamen Linien elegante Nuancen ins Spiel, hielt bei kraftvollen Kadenzen jederzeit die Spannung hoch. Die Synthese zwischen italienischem Wohllaut, scharf geprägten Konturen, flinken Tonleitern und kristallklaren Akkordfolgen geriet ideal.
Eine reife Leistung
Eine reife Leistung bot Bergner auch in der vielgestaltigen französischen Partita, bei der Bach sich von französischen Suiten inspirieren ließ. Wie in einem noblen Perpetuum mobile reihte Bergner Ideen und Strukturen der Courante, Gavotte, Sarabande, Bourrée und Gigue aneinander, als wär’s ein Kinderspiel. Allein vom Hin- und Herblättern der Partitur konnte es dem Auditorium schon schwindelig werden. Wie Bergner zwischen der mächtigen Allegro-Fuge, charmanten Echospielen und Wechseln zwischen Piano- und Forte-Manual wandelte, machte andächtig. Äußere Form entsprach innerer Bewegung. Da musste man an Beethovens „Non plus ultra“ denken: „Nicht Bach, Meer sollte er heißen“.















