Unwetter in Hessen

Brände, umgestürzte Bäume und überschwemmte Keller

Offenbach/Babenhausen/Rodgau - Überschwemmte Keller, Brände nach Blitzeinschlägen in Rodgau und Babenhausen sowie zahlreiche umgestürzte Bäume: Eine ausgedehnte Gewitterfront über Hessen hat in der vergangenen Nacht Schaden angerichtet.

Zu heftigen Gewittern kam es in Südhessen. In Babenhausen-Hergershausen war Blitzschlag vermutlich die Ursache eines Dachstuhlbrands in einem zweigeschossigen Mehrfamilienwohnhaus. Die Bewohner seien durch einen lauten Schlag aus dem Schlaf gerissen worden und hätten Rauch gerochen, sagte ein Polizeisprecher. Die sieben Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der Sachschaden beträgt schätzungsweise 80.000 Euro.

Im Rodgauer Stadtteil Jügesheim brach ebenfalls nach einem Blitzeinschlag in einem Einfamilienhaus ein Feuer aus, die Bewohner konnten sich in Sicherheit bringen, die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 200.000 Euro. 

In Offenbach musste wegen der Wassermassen auf der Straße der Kaiserlei-Kreisel zweitweise gesperrt werden. Die Feuerwehr in Offenbach berichtet außerdem von zahlreichen überschwemmten Häusern: Insgesamt war die Feuerwehr in der Nacht etwa 50 Mal im Einsatz, im Laufe des Vormittags müssen die Helfer weitere Keller leerpumpen. Auch im Kreis Offenbach kam es zu zahlreichen Überschwemmungen.

In Obertshausen fiel wegen eines Wasserschadens an der Hermann-Hesse-Schule der Unterricht aus, in Dietzenbach rückte die Feuerwehr mehr als 50 Mal aus - meist wegen überschwemmter Keller.

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Ein Blitzschlag war vermutlich auch die Ursache eines Scheunenbrands in Erzhausen. Verletzt wurde niemand. Im gesamten Rhein-Main-Gebiet wurde das Gewitter von stundenlangen Regenfällen begleitet. Meldungen zu größeren Schäden lagen dort zunächst nicht vor.

Bei Gersfeld und Hilders (Kreis Fulda) waren zwei Straßen wegen umgestürzter Bäume nicht mehr passierbar, wie ein Polizeisprecher mitteilte. In Schotten-Sichenhausen (Vogelsbergkreis) wurden die Dorfbewohner erneut von einer Schlammlawine heimgesucht. Diesmal sei es aber nicht so schlimm gewesen wie am vergangenen Freitag, sagte der Polizeisprecher. Damals waren acht Häuser von Schlamm und Wasser geflutet worden, darunter das Dorfgemeinschaftshaus.

Brände und Überschwemmungen nach Gewitter (mit Leserbildern)

Das Unwetter hat in Hessen außerdem in der Landwirtschaft einige Schäden angerichtet. Vor allem Ackerbaukulturen fielen Hagel, Wind und Regen zum Opfer, wie ein Sprecher der Vereinigten Hagelversicherung berichtete. Hessische Landwirte hätten rund 1000 Hektar Fläche mit einer Versicherungssumme von zwei Millionen Euro als beschädigt angemeldet. Das sei für die Jahreszeit allerdings nicht ungewöhnlich, erklärte der Sprecher. Die Summe werde jedoch gewiss im Laufe der Woche noch steigen.

In Baden-Württemberg kamen drei Menschen bei den schweren Unwettern ums Leben, darunter ein Feuerwehrmann, der bei einem Rettungseinsatz starb. (nb/dpa)

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