Keine Rückkehr zur längeren Gymnasialzeit

Gericht lehnt Eilantrag auf G9 ab

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Darmstadt - Ein Fünftklässler ist mit einem Eilantrag auf Rückkehr zur längeren Gymnasialzeit G9 vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt gescheitert.

Der Schüler aus Wald-Michelbach im Odenwald habe keinen Anspruch auf eine bestimmte organisatorische Gestaltung der Schule, heißt es in dem Urteil. Ob die Regelung sinnvoll sei, habe das Gericht schon im Hinblick auf den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Gewaltenteilung nicht zu beurteilen. Die vom Land Hessen vorgetragene Begründung, die Regelung solle Schülern der laufenden Jahrgänge 5 einen Vertrauensschutz dergestalt einräumen, dass ihre Entscheidung für die fünfjährige Organisation der Mittelstufe nicht wieder rückgängig gemacht werden soll, unterliege jedenfalls keinen verfassungsrechtlichen Bedenken.

Haltung des Gesetzgebers bestätigt

Das Gericht bestätigte damit die Haltung des Gesetzgebers. CDU und FDP in Hessen hatten vergangene Woche eine Rückkehr zur längeren Gymnasialzeit G9 für die bereits laufenden fünften und sechsten Klassen ausgeschlossen. Rückwirkende Organisationsänderungen seien rechtlich nicht möglich, selbst wenn ein Gymnasium insgesamt wieder G9 einführen wolle, hieß es zur Begründung. Auch den Antrag des Schülers auf einen Schulversuch an seinem Gymnasium lehnte das Gericht ab. Hierzu sei die Frist zur Anmeldung bereits verstrichen. Die Landesregierung hatte es den Schulen freigestellt, statt der umstrittenen verkürzten Gymnasialzeit G8 wieder ein Jahr länger bis zum Abitur zu unterrichten. 39 Schulen hatten sich dafür entschieden, 11 weitere Schulen wollen in einem Modellversuch G8 und G9 parallel anbieten.

Die verkürzte Schulzeit G8 ist weiter umstritten. Der Landeselternbeirat forderte jüngst in einer Resolution, auch den bereits eingerichteten fünften und sechsten G8-Klassen noch einen Wechsel zu ermöglichen. Die SPD unterstützt die Forderung des Elternbeirats nach Wahlfreiheit der Schulen. psh/dpa

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