Einschulungsfeier an der Konrad-Adenauer-Schule

Schule lebt auch vom Ehrenamt

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Während die Sprösslinge ihre erste Schulstunde absolvieren, warten die Eltern bei einem Gläschen Sekt auf dem Schulhof und hüten die Schultüten.

Seligenstadt - Einen unterhaltsamen und lockeren ersten Schultag erlebten 72 Jungen und Mädchen gestern an der Konrad-Adenauer-Schule. Dank ehrenamtlicher Unterstützung gab es eine kleine Feier, bei der auch die Eltern gut versorgt waren. Von Sabine Müller

Der „Ernst des Lebens“ begann gestern recht vergnüglich für die ABC-Schützen der Konrad-Adenauer-Schule (KAS) und ihre Familien. Nach Gottesdienst in St. Marien, dann Unterhaltungsprogramm in der Sporthalle, zogen die Erstklässler in ihre Klassenzimmer ein. Derweil stießen die Großen mit Sekt auf den neuen Lebensabschnitt an. Durch den Einsatz engagierter Eltern der höheren Jahrgänge konnten sich die „Neuen“ schnell willkommen fühlen.

Der Hausmeister kann es nicht glauben: Ein überdimensionaler Sattelschlepper will gestern Vormittag blitzrote Spielcontainer im Schulhof abladen. „Gerade heute! In den vergangenen sechs Wochen war doch Zeit dafür“, meint er kopfschüttelnd. In den Containern wird Spielgerät verstaut; sie konnten nur durch die Hilfe von engagierten Eltern finanziert werden. Vieles ist ohne das Ehrenamt nicht machbar. Dies gilt auch für die Einschulungsfeiern an den Grundschulen. Vor den Sommerferien hatte die Schulleitung die Eltern der KAS-Schüler zu Brezel- und Muffin-Spenden aufgefordert und um Standdienste gebeten. Sechs Frauen haben sich gemeldet und warten am Dienstagvormittag unter dem schattigen Dach der Aula mit Imbiss und Getränken auf die Gäste. Diese sind um 10.15 Uhr nach dem ökumenischen Einschulungsgottesdienst in St. Marien auf die andere Straßenseite in Richtung Sporthalle geströmt, wo die „alten Hasen“ ein Programm vorbereitet haben: Ein kleines Flötenkonzert und Chorlieder sollen die ABC-Schützen auf die Schule einstimmen. Erwartungsvoll sitzen sie in zwei Bankreihen unter der Bühne, vor sich die funkelnagelneuen Ranzen. „Mit 55 Grundschülern und 17 Sprachheilschülern ist der neue Jahrgang dieses Mal ein bisschen kleiner als bisher“, sagt Rektorin Gudrun Störger unserer Zeitung. Den Eltern der höheren Jahrgänge, die draußen mit Sekt und Kaffee warten und „immer für uns da sind“, dankt sie herzlich. Die Bereitschaft zu unterstützen sei bestimmt bei vielen gegeben. Sie werde aber dadurch eingeschränkt, dass oft beide Elternteile arbeiteten.

„Ich finde es selbstverständlich zu helfen, wenn man Zeit hat“, meint Wencke Kummer, Mutter einer KAS-Schülerin, die im vergangenen Jahr eingeschult wurde. An die damalige Bewirtung erinnert sie sich gerne. „Auch die Eltern heute sollen sich willkommen fühlen.“ Klar, seien es immer dieselben, die auf der Matte stünden, meint sie, die immer noch Vorstand im Förderverein des Kindergartens ist. „Ich bin damals in die Infoveranstaltung rein und mit dem Amt wieder raus.“ Wencke Kummer ist deshalb froh, dass jemand anderes das Amt des Klassenelternbeirats übernommen hat.

Bilder: Einschulung 2016 in Rodgau

Auch Ergün Kumcu hat schon Erfahrung als Elternbeirat gesammelt. Solange sein Jüngster sein Klassenzimmer erobert, stößt er mit „Onkel Erkan“ auf das Wohl des kleinen Berat an. Jetzt hat er jeweils ein Kind in der ersten, dritten und vierten Klasse jener Schule, die er – wie auch sein Bruder – in den 1980ern selbst besucht hat. Ein wenig wehmütig sei ihm schon ums Herz gewesen, gesteht Kumcu, als sein Sohn kurz zuvor aufgerufen worden sei. Derweil tragen Jürgen Budis, die Schultüte seines Sohnes im Arm, und seine Frau Marlit den Start eines neuen Lebensabschnitts mit Fassung: „Die Zeit war reif“, berichten sie, „der Kindergarten genügte Ari nicht mehr, er hat sich sehr auf die Schule gefreut.“ Ein künftiges Ehrenamt weisen sie nicht von der Hand: „Schule lebt auch davon“, meint der Vater. Die Mutter fand es schon im Kindergarten „immer interessant zu wissen, was passiert.“

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