In die Mira-Lobe-Schule reisen Kinder aus dem ganzen Kreisgebiet an

Erstklässler auf großer Bus-Tour

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Bitte einsteigen: Seit Beginn des neuen Schuljahres transportieren sieben statt fünf vom Landkreis organisierte Busse die Mira-Lobe-Schüler zur Schule und wieder nach Hause.

Eppertshausen - Zur Mira-Lobe-Schule kommen Kinder im Grundschulalter aus dem ganzen Kreisgebiet angereist. Zwei zusätzliche Busse sorgen für Erleichterung. Die Schüler werden nun mit sieben Bussen geholt und heimgebracht. Von Jens Dörr 

Wer tagtäglich weite Strecken mit dem Auto zur Arbeit fährt, wer derzeit bei Obertshausen in der A3-Baustelle verzweifelt oder zwischen Offenthal und Langen mal wieder nur um Stop-and-go-Modus vorankommt: Den mag es womöglich etwas trösten, dass Menschen in der Region nicht nur zum Geldverdienen lange An- und Abfahrten zur unvermeidbaren Pflicht in Kauf nehmen. Man schaue etwa auf die Kinder der Mira-Lobe-Schule (MLS) in Eppertshausen: Die Sprachheilschule des Landkreises unterrichtet mit speziell geschultem Personal Jungen und Mädchen mit besonderem Förderbedarf. 115 im Grundschulalter sind es derzeit insgesamt, hinzu kommen einige Fünftklässler, die an Kooperationsschulen (wie der Otzbergschule in Lengfeld) inkludiert und von MLS-Lehrern unterrichtet werden.

Die Schule wird vom Landkreis Darmstadt-Dieburg getragen, wird von Schülern nicht nur aus dem ehemaligen Altkreis Dieburg, sondern auch aus noch weiter entfernten Orten des LADADI-Landes besucht. Was mit langen Schulwegen und Fahrtzeiten einhergeht, nun aber für einige Kinder etwas besser wird. Denn bei jenen, die täglich nicht von den Eltern gebracht und geholt werden, sorgen seit Beginn dieses Schuljahres zwei neue Kleinbusse für Erleichterung. Fünf Busse auf fünf Routen waren es bis zum Ende des vergangenen Schuljahres, nun sind es sieben. „Die Fahrtzeit für die einfache Strecke soll nach Vorgaben des Landkreises nicht über einer Stunde liegen“, erläutert Jutta Meier, die Rektorin der Förderschule. Was bei Anfahrten etwa aus Nieder-Ramstadt oder Billings und ob des zwischenzeitlichen Zustiegs anderer Schüler manchmal durchaus ein sportliches Unterfangen für die Fahrer war.

Anderthalb bis zwei Stunden für Hin- und Rückfahrt verbringen einige der Sechs- bis Zehnjährigen auch jetzt noch an jedem Schultag im Bus. Nichtsdestotrotz freuen sich Eltern und Schüler sowie Lehrer und Schulleitung der MLS über die beiden vom Landkreis zusätzlich organisierten Busse. „Wir sind auch deshalb ganz froh, dass die Kinder mit eigenen Touren hierher gebracht werden, weil sie sonst mit Linienbussen fahren und teilweise umsteigen müssten“, so Meier. Auch das will der Landkreis aus Sicherheitsgründen und mit Rücksicht auf die noch sehr jungen und unerfahrenen Kinder verhindern.

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Dass die Kinder die gegenüber dem Auto etwas längere Fahrt mit dem Bus nervt, war am Donnerstagmittag an der Haltebucht der Busse vor der Mehrzweckhalle übrigens nicht festzustellen. Lehrerinnen mit Listen begleiteten die Schüler dorthin, wiesen sie den richtigen Bussen zu. Herzlich verabschiedeten sich Lehrer und Schüler dabei voneinander, klatschten miteinander ab. Auch mit den Busfahrern gab es für die Kinder, die sich auf die gemeinsame Heimfahrt nach getaner Schulpflicht zu freuen schienen, ein großes Hallo. Ein Fahrer gab sich gar gespielt tief enttäuscht, dass ein Schüler, der nun in einen anderen Bus stieg, ihn nicht mehr persönlich begrüßte. In kleinen Gruppen fuhren sie kaum zehn Minuten nach dem Ende der letzten Stunde ab. Jener Bus, der die Kinder nach Messel, Ober-Ramstadt und Nieder-Ramstadt brachte, hatte beispielsweise sieben Schüler, davon überwiegend gerade frisch eingeschulte, an Bord.

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