Mit Tanz, Musik und pointierten Büttenreden:

Wiking-Elfer feiern ihre Kreppelsitzung

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Für sie geht’s hoch hinaus: Die Tänzerinnen der Young Diamonds aus Klein-Krotzenburg stoßen bei ihrem Auftritt im Bootshaus beinahe an die Saaldecke.

Offenbach - Pfiffige Reden, Tanz und schmissige Musik bestimmten die Kreppelsitzung der Wiking-Elfer. Kaum ein Platz ist im Bootshaus am Nordring frei geblieben, die Narren drängelten sich förmlich. Von Stefan Mangold 

Während die Tänzerinnen fast bis zur Decke abhoben, blieben die Themen in der Bütt am Boden. An Bier, Würstchen und nicht zuletzt Kreppeln fehlt es im Bootshaus nicht, nur Platz ist ein rares Gut. Als die Tanzgruppe der Diamonds aus Klein-Krotzenburg eine Kollegin in die Luft wirft, bleibt bis zur Decke nur noch ein Fingerbreit Raum. Für das Offenbacher Prinzenpaar Simone Andrea I. und Michael I. und seinen Hofstaat wird ein zusätzliches Tischchen aufgestellt. Die enge, gemütliche Atmosphäre verleiht der sonntagsmittäglichen Sitzung ihren Kultstatus.

Auf das „Wolle mern reilasse?“ für Detlef Reissmann tönt es „Rei middem“ aus allen Kehlen. Die Protokolle des Wiking-Vorsitzenden nannte Oberbürgermeister Horst Schneider einmal „Aufklärung pur“. Reissmann thematisiert die Anschläge religiös motivierter Mörder und nimmt die Gesellschaft endgereimt in die Pflicht: „Eine Chance geben durch Bildung und Arbeit, wenn wir hier zu Investitionen bereit, sähe ich auf längere Sicht darin einen Beitrag zur Sicherheit.“ Verständnis für sexuelle Nötiger bringt Reissmann nicht auf und kommentiert die Kölner Silvester-Ereignisse mit: „Klauen, Grabschen, Randalieren muss ganz klar zum Rauswurf führen.“

Im Umkreis dürfte es keine kleinere Bühne geben. Die meisten Tanzgruppen können deshalb nur in Teilen auftreten. Insofern bieten sich Solonummern wie von Lena-Sophia Hymer von der Stadtgarde und von Vivien Trinowitz vom TSC Fantasy geradezu an. Beide geben an anderer Stelle noch mit Partnerin klassische, athletische Gardetanz-Duette. In den italienischen Landesfarben zu passenden Schlagern tanzen die Pretty-Girls der Gemaa Tempelsee. Hinterher bietet Michael Tetzlaff allen Protagonisten Wasser, Sekt oder Weißwein an – mit passendem Trinkspruch.

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Klanglich führt der in der Fastnacht viel beschäftigte Thorsten Schmitz aus Heusenstamm durch den Nachmittag. Er firmiert unter „Big-T-Music“. Ein mit Humor gewählter Künstlername, wirkt der Alleinunterhalter hinter seiner Hammondorgel doch gewiss nicht wie ein Hungerhaken. Die Randstaajodler der Kolpingelfer singen nicht nur das melancholische „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, sondern auch von der „Dickmadam“ und deren fragwürdiger Kleidungswahl: „Die wohnt im vierten Stock und trägt heute wieder Minirock“. Die Mozart-Husaren, das Quartett um Rico Longerich, ziehen zu ihrer Playbackshow mit Michael Jacksons „Thriller“ ein.

Für den Pfiff sorgen die Büttenreden. Das Leitmotiv Wolfgang Brauns von den Kolpingelfern, der diesmal einen Biobauern spielt, ist sein Schwager Klaus, der unter seinem massiven Alkoholproblem so gar nicht leidet. Morgens, aus der Kneipe stolpernd, will sich Klaus im Stall nützlich machen, melkt aber statt der Kuh den Stier...

Bilder: Kreppelsitzung der SG Wiking

Um den Wert der Fastnacht streiten sich Dagmar und Maxi Winter, das fidele Mutter-Sohn-Gespann der Raga aus Bürgel. Der 14-Jährige frühere Kinderprinz mimt souverän und ohne abzulesen den Karnevalsmuffel, der mit Mama den verbalen Clinch ausficht. Bernd Bruch aus Höchst, der sich als Frau gibt und mit einem gerüttelt Maß an Artikulationsproblemen kämpft, tritt zur Gaudi des Publikums besonders bei der Bauchtanz-Nummer ohne Furcht und Schamgefühl auf. Willy Röder aus Bieber entfaltet hingegen seine eigene These zur Schöpfungsgeschichte um Eva und Adam, die die Schlange anstachelt, vom Baum der Erkenntnis zu essen. Wenn die beiden Chinesen gewesen wären, „dann hätte se die Schlang’ gegesse und de Appel hänge lasse“.

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