Mit Auto in den Urlaub: Vorsicht besser als Nachsicht

Die Sommerferien stehen vor der Tür und viele Deutsche planen, mit ihrem Auto in den Urlaub zu fahren. Urlaubsziele wie Italien, Spanien und Frankreich sind schnell mit dem Auto zu erreichen. Doch was tun, wenn es kracht? Laut einer Meldung des GDV bauen die Deutschen besonders viele Unfälle im Urlaub, besonders oft in Italien.

Wie verhalten Sie sich auf einer italienischen Straße, wenn Sie vor einem Schild mit der Aufschrift „senso unico“ stehen? Wie ist die Vorfahrtsituation im französischen Kreisverkehr? Solche Fragen sollten Sie sich nicht erst vor Ort stellen, sondern bestenfalls vorher klären. Doch meist ist es schwierig bis unmöglich sich mit den Eigenheiten des fremden Landes schon vorab vertraut zu machen. Das zeigt auch eine neue Statistik des Gesamtverbandes der deutschen Autoversicherer (GDV) über die Autounfälle der Deutschen im Ausland.

Besonders gefährliche Pflaster: Italien und Frankreich

Vor allem mit der italienischen Fahrweise kann sich der Deutsche nicht so recht anfreunden: Spitzenreiter mit 5.018 Unfällen im Jahr 2015 war Italien. Aber auch Frankreich steht mit 4.999 gemeldeten Unfällen ganz oben auf der Liste. Kein Wunder, verreisen die Deutschen doch besonders gerne in diese beiden Länder: Von den rund 30.000 Auslandsunfällen ereignete sich die Hälfte in den Ferienmonaten Juli bis September. Laut GDV hat sich damit die Zahl der Autounfälle im Ausland um 5,5 Prozent gesteigert. Da eben nicht immer nur „die anderen“ Unfälle bauen, sollte man vor Urlaubsantritt einige Vorkehrungen für den Extremfall treffen.

Diese Dokumente sollten Sie im Handschuhfach haben

Unfälle müssen Sie immer dokumentieren. Drucken Sie sich schon vor Urlaubsbeginn die Vorlage des europäischen Unfallberichts aus, um diese vor Ort auszufüllen und Fotos machen zu können. Die wichtigste Nummer im Gepäck ist die des Zentralrufs für Autoversicherer (0800 250 260 0, aus dem Ausland +49 40 300 330 300). Dieser vermittelt Ihnen einen Schadensregulierungsbeauftragten der Versicherung Ihres Unfallgegners. Mit dem Beauftragten können Sie die Regulierung sorglos von Zuhause abwickeln, da jede Versicherung in jedem europäischen Land durch einen solchen vertreten sein muss. Übrigens gilt diese Regelung auch für die Länder des europäischen Wirtschaftsraums (Island, Norwegen, Lichtenstein) und für die Schweiz.

Auch ratsam ist die sogenannte Grüne Karte. Inzwischen ist ihr Besitz zwar nicht mehr verpflichtend, kann aber dennoch hilfreich sein. Vor allem bei Reisen in osteuropäischen Länder und die Türkei ist sie ein Muss. Sie bescheinigt den Versicherungsschutz des Autos und enthält wichtige Informationen zum Auto und der Versicherung. Die Grüne Karte können Sie bei Ihrer Versicherung gratis anfordern.

Unfall mit dem Mietwagen

Besonders oft kommt es bei Mietwagen-Fahrten zu Unfällen: Nicht nur ist häufig die Umgebung fremd, auch mit dem Auto ist man selten so vertraut, als wäre es das eigene. Wenn Sie also planen vor Ort ein Auto zu mieten, so sollten Sie vor allem den richtigen Versicherungsschutz beachten: Vollkasko-, Haftpflicht-, Glas- und Diebstahlversicherung sind unabdingbar. 

Regel Nummer eins beim Mieten eines Wagens im Ausland lautet außerdem: Ausreichend Haftpflichtschutz mit hoher Deckungssumme! Meist liegt die Deckungssumme ausländischer Kfz-Versicherer weit unter dem deutschen Standard: Sind es in Deutschland mindestens 7,5 Millionen Euro für Personenschäden und 1,12 Millionen Euro für Sachschäden, beträgt die Versicherungssumme in Italien nur 2,5 Millionen Euro (Personenschäden) bzw. 500.000 Euro (Sachschäden). Damit Sie in Ländern mit niedrigerer Deckungssumme nicht für hohe Schäden selber aufkommen müssen, sollten Sie eine sogenannte Mallorca Police abschließen. Diese kommt für die Differenz zwischen Deckungs- und Schadenssumme auf. 

Sei es im Ausland oder zuhause – die Polizei sollten sie bei Unfällen immer rufen. Sind Sie mit dem Mietwagen unterwegs, so rufen Sie vorsichtshalber auch die Polizei, wenn sie nur einen kleinen Pfosten gestreift haben. Ohne das Unfallprotokoll der Polizei könnte nämlich der Versicherungsschutz ihres Mietwagens in Gefahr sein. 

Sie können sich also bis zu einem gewissen Grad dagegen wappnen, dass der Urlaub wegen eines Unfalls nicht zum stressigen Horrortrip wird.

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