Ausländerbeirat Dreieich wendet sich gegen Kienbaum-Vorschläge

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    • 09.02.12
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Gegen Einschnitte bei Sprachförderung

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Dreieich - Eigentlich waren es gleich mehrere Gründe, um fröhlich zu feiern, doch beim Neujahrsempfang des Ausländerbeirats gab es auch nachdenkliche Töne zu hören. Grund dafür – mal wieder: das Kienbaum-Gutachten. Von Enrico Sauda

© Sauda

Neujahrsempfang und Vernissage der Integrationsausstellung in einem: Betül Gülmez-Götzmann, Vorsitzende des Ausländerbeirats, konnte viele Gäste im Foyer des Rathauses begrüßen.

Zum allerersten Mal in seiner Geschichte richtete der Ausländerbeirat einen solchen Neujahrsempfang aus. Dicht drängen sich die Interessierten im Foyer des Rathauses, denn im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die Wanderausstellung „Erfolgsgeschichten – Bilder einer gelungenen Integration in Stadt und Kreis Offenbach“ eröffnet. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch den iranischen Gitarristen Sadegh Moazzen mit traditionellen Stücken aus seiner Heimat und die Trommlergruppe Dörte Adloff and Friends mit treibenden Rhythmen. Auch der kulinarische Aspekt kam nicht zu kurz: Die Frauenkooperative Dreieich versorgte alle Gäste mit leckeren internationalen Häppchen.

Ausländerbeiratsvorsitzende Betül Gülmez-Götzmann, seit etwas mehr als einem Jahr im Amt, nutzte die Gelegenheit, die Arbeit des Gremiums vorzustellen: „Neben den öffentlichen Sitzungen hat sich der Ausländerbeirat auf zahlreichen Festen präsentiert. Für die interkulturellen Wochen konnten wir in Kooperation mit Integrationsbüro, Frauenkooperative und Forum Nord Veranstaltungen organisieren. Die Dreieichhörnchen wurden von uns mit einer kleinen Spende unterstützt.“ Zudem ließ der Beirat sein Logo, die Internetseite sowie einen Flyer neu gestalten.

Eine Neuerung sind auch die Sprechstunden im Rathaus. „Jeden letzten Mittwoch im Monat stehen wir von 15 bis 17 Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung“, sagte Betül Gülmez-Götzmann.

Alle Artikel zum Kienbaum-Gutachten finden Sie im Stadtgespräch

„Mit Bedauern“, so die Vorsitzende des Ausländerbeirats, „haben wir festgestellt, dass die Beratungsfirma Kienbaum im Bereich Integration zu drastischen Sparmaßnahmen rät.“ Dies würde entweder Einschnitte in der Sprachförderung oder der Schulsozialarbeit bedeuten, betonte Gülmez-Götzmann die Wichtigkeit von Sprachkenntnissen bei der Integration.

Ihr persönlicher Wunsch für die nächsten Jahre wäre es, „dass auch meine Eltern nach 50 Jahre in Deutschland mit ihrem türkischen Pass wählen dürfen“, so Betül Gülmez-Götzmann: „Ich kann Ihnen versichern, dass für viele der Gastarbeiter der ersten Generation das kommunale Wahlrecht die einzige Form der Anerkennung ist.“ In die gleiche Kerbe schlug auch Corrado di Benedetto, Vorsitzender des Landesausländerbeirats, der mehr Kompetenzen für diese Institution forderte, die nur beratende Funktion hat.

Bürgermeister Dieter Zimmer würdigte die Arbeit des Ausländerbeirates. „Das Miteinander von Menschen verschiedener Nationen hat in Dreieich eine lange und gute Tradition.“ Dieses Zusammenleben und -arbeiten sei gewachsen und nicht selbstverständlich. Es werde gefördert von vielen Dreieichern aller Nationen in Aktionen, Projekten, im interreligiösen Dialog und in Vereinen, so Zimmer. Auch der Ausländerbeirat unterstütze dieses nach Kräften.

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Lutschenas16.02.2012, 21:13Antwort
(2)(0)

Ich gebe Müller Recht! Nur Haben wollen auf Kosten der anderer.

Dagobert172710.02.2012, 17:50Antwort
(8)(0)

Antwort gilt auch für Powerfrau.
Unbestritten ist, dass die Sprache die Grundvoraussetzung für ein gutes Miteinander ist. Für mich stellt sich jedoch die Frage, warum die Stadt auch nur einen Cent an Fördergeldern für Sprachkurse ausgibt. Sprachunterricht wird vom Bund gefördert, es gibt ein Integrationsamt am Flughafen, die diese Sachen übernehmen. Jeder neue Einwohner hat das Recht diese Kurse auf Antrag zu belegen. Es werden sogar Lehrbücher und Fahrtkosten vom Staat übernommen. Problematisch ist nur, dass nach Abschluss des Kurses nur noch die Heimatsprache gesprochen wird und man nicht willens ist eine neue Sprache zu sprechen. Natürlich gibt es auch Situationen wo die Frau kein Deutsch sprechen darf, aber das ist ein Privatproblem, das geht die Öffentlichkeit nichts an.
Wenn Einwohner aus Dreieich nun einen weiteren Sprachkurs benötigen sollen sie ihn bitte selbst bezahlen. Hartz 4 Empfänger haben sowieso kein Problem, die bekommen notfalls mehr Stunden, oder aber einen neuen Kurs bezahlt.
Fazit:
Hartz 4 Empfänger bekommen einen einen zusätzlichen Kurs vom Bund bezahlt, alle anderen haben genügend Geld diesen selbst zu bezahlen. Wenn die Stadt künftig nur das bezahlt zu was sie gesetzlich verpflichtet sind, brauchen sicher keine Steuern erhöht werden.
Es ist schon erstaunlich wer alles einen Neujahrsempfang macht und spannend wer diesen bezahlt.

Powerfrau09.02.2012, 20:11
(6)(0)

Integration ist wichtig und die Sprache ist dabei sehr hilfreich. Dennoch denke ich, dass die Stadt Dreieich an dieser Stelle Einsparungen vornehmen kann, ohne dass zwangsläufig Integration und das Erlernen von Deutsch gefährdet sein müssen. Es gibt ein sehr großes Angebot an Deutschkursen, u.a. an Volkshochschulen in Dreieich und Nachbarorten, wo z.T. kostenlose bzw. -günstige Kinderbetreuung angeboten wird. Zudem gibt es in mehreren Kindertagesstätten kostenlose Sprachkurse für Kinder und Eltern. Letztere nehmen teilweise sehr unregelmäßig an den Kursen teil (was nichts kostet, kann man ja mal verpassen ...) und die vorhandenen Plätze sind meistens nicht voll ausgelastet. Sparen könnte man z.B., indem man nur noch in einer Kindertagesstätte pro Dreieicher Stadtteil Kurse anbietet. Es ist zu überlegen, ob diese (Eltern-/Erwachsenen-)Kurse mit einer (symbolischen) Teilnahmegebühr belegt werden und man die regelmäßige Teilnahme(abgesehen von entschuldigten Terminen) zur Voraussetzung macht, um an einem Kurs teilnehmen zu können.So wird hoffentlich der wertvollen Sprachvermittlung der entsprechende Wert beigemessen. Der Erfolg eines Sprachkurses hängt u.a. von der konstanten, regelmäßig zusammen arbeitenden Teilnehmergruppe ab - das häufige Fehlen von Teilnehmern verlangsamt das Lerntempo und nimmt denen, die motiviert und hoch interessiert sind und Fortschritte machen möchten, den Spaß.

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