Zudem sieht er sich mit zusätzlichen Kosten durch die Pflege konfrontiert. Die Lage ist so prekär, dass der Vorstand die Mitglieder um Spenden gebeten hat. „Wir können unsere Halle kaum noch halten“, schlägt Kudernak Alarm. Um die Situation wenigstens ein bisschen zu verbessern, müssen die rund 500 Mitglieder – davon entfällt etwa die Hälfte auf den Nachwuchsbereich – seit Januar höhere Beiträge bezahlen. „Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so der Vorsitzende. Der Verein, in dem nicht nur Handball gespielt, sondern auch Gymnastik betrieben wird, fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen.
Keine Hilfe der Fußballer
Seit gut zwei Jahren ist der HSV nun fast auf sich allein gestellt. Die Kündigung belastet den Verein nach Kudernaks Worten pro Jahr mit 20.000 Euro zusätzlich. „Wir hatten anfangs auf die Solidarität der Fußballer gehofft“, schildert der Vorsitzende. Man habe den Vereinen den Platz angeboten. Um die Ausgaben decken zu können, hätten die Kicker für eine Trainingsstunde zwischen 30 und 40 Euro zahlen müssen. Dazu war kein Verein bereit. Kudernak: „Einer hat uns 18 Euro geboten, da hätten wir draufgelegt.“ Die Folge: Der Rasen liegt brach.
„Bisher haben wir es immer geschafft, das finanzielle Gleichgewicht zu halten“, sagt Kudernak. Auch weil Mitglieder angepackt haben. Dank 700 geleisteter Arbeitsstunden und Zuschüssen von Stadt, Land und Kreis war es trotz der angespannten Lage möglich, die Duschen zu erneuern. Durch den Pächterwechsel in der HSV-Gaststätte und damit verbundenen Instandsetzungsarbeiten in Küche und Pächterwohnung musste der Verein zusätzliche Belastungen schultern. Deshalb hat die HSV-Spitze vor Weihnachten einen Brief an die Mitglieder geschickt, mit dem Appell, den Verein mit einer Spende zu unterstützen.
Ungewisse Zukunft
Die Zukunft ist ungewiss. „Theoretisch müssten wir unsere Halle schließen, da wir trotz aller Sparmaßnahmen für die Kosten nicht mehr aufkommen können. Die Preissteigerungen bei Gas und Strom tun ihr Übriges. Wir müssten dann in den städtischen Hallen in Dreieich Zeiten mieten beziehungsweise die Stadt müsste uns diese genauso unentgeltlich zur Verfügung stellen wie den anderen Vereinen“, formuliert Kalusa ein Szenario, das vor allem der Jugendarbeit schaden würde. Aus HSV-Sicht kann die Lösung nur eine höhere Bezuschussung der Halle durch die Stadt sein. 2011 und 2012 flossen als Ausgleich je 3.000 Euro – zu viel zum Sterben, zu wenig zum Überleben.


















