HSV Götzenhain: Handballer in finanzieller Not

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    • 04.01.13
    • Dreieich
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HSV Götzenhain

Handballer in finanzieller Not

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Götzenhain - Dem Handballsportverein (HSV) Götzenhain steht das Wasser bis zum Hals. „Wir kämpfen schon seit zwei Jahren“, sagt Vorsitzender Ralf Kudernak. Seit die Stadt den Pachtvertrag für den Rasenplatz gekündigt hat, fehlen dem Verein Einnahmen. Von Frank Mahn

Dunkle Wolken sind über dem HSV Götzenhain aufgezogen. Ihre Halle können die Handballer kaum noch halten. Fehlende Einnahmen und zusätzliche Kosten machen dem Verein das Leben schwer.

© Sauda

Dunkle Wolken sind über dem HSV Götzenhain aufgezogen. Ihre Halle können die Handballer kaum noch halten. Fehlende Einnahmen und zusätzliche Kosten machen dem Verein das Leben schwer.

Zudem sieht er sich mit zusätzlichen Kosten durch die Pflege konfrontiert. Die Lage ist so prekär, dass der Vorstand die Mitglieder um Spenden gebeten hat. „Wir können unsere Halle kaum noch halten“, schlägt Kudernak Alarm. Um die Situation wenigstens ein bisschen zu verbessern, müssen die rund 500 Mitglieder – davon entfällt etwa die Hälfte auf den Nachwuchsbereich – seit Januar höhere Beiträge bezahlen. „Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so der Vorsitzende. Der Verein, in dem nicht nur Handball gespielt, sondern auch Gymnastik betrieben wird, fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen.

Über Jahrzehnte hatte die Kommune den Rasenplatz des HSV neben der vereinseigenen Halle gepachtet. Das Gelände wurde zu Trainingszwecken unter anderem von Fußballvereinen aus Götzenhain, Offenthal und Dreieichenhain genutzt. Jährlich überwies die Stadt dafür 9.000 Euro Pacht und zahlte die Kosten für Unterhaltung, Kanal, Wasser, Flutlicht etc. Im November 2010 kündigte die Stadt den Vertrag – mit Hinweis auf Sparzwänge und den Bau eines Kunstrasens in Offenthal. Die Handballer empfinden dies als Ungleichbehandlung. „Der Pachtvertrag mit der Übernahme der Kosten war bei Gründung der Stadt Dreieich als Ausgleich für den HSV gedacht, da die Fußballvereine die städtischen Plätze ohne Kosten nutzen und die Hallensport treibenden Vereine nur die Hausmeisterkosten zahlen müssen“, führt HSV-Vize Waltraud Kalusa aus.

Keine Hilfe der Fußballer

Seit gut zwei Jahren ist der HSV nun fast auf sich allein gestellt. Die Kündigung belastet den Verein nach Kudernaks Worten pro Jahr mit 20.000 Euro zusätzlich. „Wir hatten anfangs auf die Solidarität der Fußballer gehofft“, schildert der Vorsitzende. Man habe den Vereinen den Platz angeboten. Um die Ausgaben decken zu können, hätten die Kicker für eine Trainingsstunde zwischen 30 und 40 Euro zahlen müssen. Dazu war kein Verein bereit. Kudernak: „Einer hat uns 18 Euro geboten, da hätten wir draufgelegt.“ Die Folge: Der Rasen liegt brach.

„Bisher haben wir es immer geschafft, das finanzielle Gleichgewicht zu halten“, sagt Kudernak. Auch weil Mitglieder angepackt haben. Dank 700 geleisteter Arbeitsstunden und Zuschüssen von Stadt, Land und Kreis war es trotz der angespannten Lage möglich, die Duschen zu erneuern. Durch den Pächterwechsel in der HSV-Gaststätte und damit verbundenen Instandsetzungsarbeiten in Küche und Pächterwohnung musste der Verein zusätzliche Belastungen schultern. Deshalb hat die HSV-Spitze vor Weihnachten einen Brief an die Mitglieder geschickt, mit dem Appell, den Verein mit einer Spende zu unterstützen.

Ungewisse Zukunft

Die Zukunft ist ungewiss. „Theoretisch müssten wir unsere Halle schließen, da wir trotz aller Sparmaßnahmen für die Kosten nicht mehr aufkommen können. Die Preissteigerungen bei Gas und Strom tun ihr Übriges. Wir müssten dann in den städtischen Hallen in Dreieich Zeiten mieten beziehungsweise die Stadt müsste uns diese genauso unentgeltlich zur Verfügung stellen wie den anderen Vereinen“, formuliert Kalusa ein Szenario, das vor allem der Jugendarbeit schaden würde. Aus HSV-Sicht kann die Lösung nur eine höhere Bezuschussung der Halle durch die Stadt sein. 2011 und 2012 flossen als Ausgleich je 3.000 Euro – zu viel zum Sterben, zu wenig zum Überleben.

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