Stolperstein-Initiative: US-Professor erzählt von seiner Familie und macht Musik

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    • 14.10.09
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Der Klang der Versöhnung

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Egelsbach -  Am morgigen Donnerstag verlegt der Künstler Gunter Demnig im Ort die ersten Stolpersteine zum Gedenken an jüdische Nazi-Opfer. Von Gaby Melk

© op-online

Musikprofessor Laurence Sherr widmet der Verlegung der Stolpersteine für seine Familie die Komposition „Rememberence“.

Dieser lang ersehnten Premiere widmet die Egelsbacher Stolperstein-Initiative bereits heute eine Informations- und Gedenkveranstaltung mit einem ganz besonderen Gast: Dr. Laurence Sherr, Musikprofessor an der Kennesaw State University in Atlanta/ USA und Sohn der ehemaligen Egelsbacherin Alice Bacharach, ist zur Verlegung der Gedenksteine für seine Familie nach Egelsbach gekommen. Er wird ab 20 Uhr in der Kulturscheuer (Ernst-Ludwig-Straße 65) nicht nur über seine Familie erzählen, sondern auch musizieren – und damit Egelsbach zum Schauplatz einer Uraufführung im Zeichen von Erinnerung und Versöhnung machen.

Die E-Mail der Egelsbacher Initiative war meine allererste Post aus dem Heimatort meiner Mutter“, erzählt Laurence Sherr. „Die Stolpersteine-Idee gefiel mir sofort und ich habe gleich gesagt: Ich möchte gerne dabei sein – und ich werde Musik machen.“

Sherrs Mutter Alice ist die Einzige der Familie Bacharach aus der Ernst-Ludwig-Straße 39, die den Nazi-Terror überlebte. Ihre Schilderungen haben den 1953 geborenen Musikprofessor und dessen Schaffen geprägt. „Wenn man erinnert, sind Musik und Kunst gut, denn sie bringen Heilung“, sagt Sherr. „Heilung und Versöhnung – das will ich mit meiner Musik erreichen. Erinnern, was war und helfen, den Weg in die Zukunft gemeinsam in Frieden zu gehen.“

Musikalische Verarbeitung der Familiengeschichte

In seiner Familie sei selten über den Holocaust gesprochen worden, erzählt Laurence Sherr. Erst mit dem Tode seines Bruders Edwin habe er begonnen, sich mit der Familiengeschichte auseinander zu setzen und diese musikalisch zu verarbeiten. Edwin war nach Edith Bacharach benannt, der kleinen Schwester von Alice, die im Alter von sieben Jahren mit der Mutter in Auschwitz vergast worden war.

Egelsbach kennen zu lernen, jenen Ort, an dem seine Wurzeln liegen, ist für Sherr „ein Stück sich selbst kennen zu lernen“. Die Begegnung mit Menschen freilich sei mindestens ebenso wichtig. „Es tut gut, zusammen sein zu können, nach allem, was in der Vergangenheit war“, betont er. „Ich habe hier Freunde gefunden, und das ist für mich sehr wichtig. Wenn Menschen sich als Menschen kennen lernen, können sie auch menschlich miteinander umgehen.“ Deshalb sei es gerade für junge Leute wichtig, aus Geschichte zu lernen und verschiedene Kulturen und Religionen zu erleben.

Gemeinsames Musizieren versteht Sherr als Ausdruck der Toleranz und gegenseitigen Respekts. In diesem Geist hat er das Stück „Rememberence“ komponiert, das er auf der Klarinette erstmals vortragen wird. Begleitet wird Sherr dabei von Martina Rühmkorff (Cello) und Stephan Berg (Geige), zudem werden zwei Klezmer-Stücke erklingen.

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Kommentare

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Christoph Peters15.10.2009, 20:38
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Prof. Laurence Sherr kommt aus den USA hergeflogen, der Künstler Gunter Demnig aus Köln angefahren, Bürgermeister Moritz (hätte) mit Leichtigkeit zu Fuß (kommen können). Durch Multiplikatoren werden wohl mehr Menschen weltweit davon erfahren, als in Egelsbach leben. Peinlich!

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