65 Naturwarte aus dem Odenwaldklub informieren sich über regenerative Energien und deren Auswirkungen

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    • 26.04.12
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Kraftwerk inmitten der Landschaft

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Eppertshausen - „Fast alle von uns waren schon lange vor Fukushima für die Energiewende“, sagt Manfred Hechler und spricht damit für die große Gemeinschaft der Naturschützer. Der Odenwaldklub informiert sich über regenerative Energien. Von Michael Just

Drei interessante Referate warteten auf die Naturschutzwarte. Fotos: Just

Nur jetzt nach der Katastrophe in Japan bekomme alles eine andere Dimension: „Man kündigt ein ,neues Zeitalter’, die ,vierte Revolution’ oder den ,Quantensprung’ an“, weiß der Eppertshäuser zu berichten.

So konnte das Thema „Die Energiewende im Einklang mit dem Naturschutz“ jetzt im Haus der Vereine kaum aktueller sein. Eingeladen hatte die Naturschutz-Sparte des Eppertshäuser Odenwaldklubs. Die Offerte ging an alle Naturschutzwarte der OWK-Ortsgruppen und der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine im Landesverband Hessen sowie an alle Aktiven im Naturschutz raus.

Rund 65 Teilnehmer kamen diesmal

Die alljährliche Fachtagung hatte Hauptnaturschutzwart Hechler vor zwölf Jahren ins Leben gerufen. Das Ziel: Problemfelder für die Bewahrung der Landschaft und Erholung aufzuzeigen. Rund 65 Teilnehmer kamen diesmal, um drei Vorträge zu hören und am Nachmittag die Windräder auf dem Groß-Umstädter Binselberg zu besichtigen. Die Referate hielten Prof. Dr. Dieter Metz von der Hochschule Darmstadt („Stromversorgung gestern, heute und morgen“), Florian Voigt von der Energiegenossenschaft Odenwald („Die Energiewende im Odenwald“) und Dr. Zijad Lemes von der HSE, der über regenerative Energien bei der HEAG sprach.

Für die Naturschutzwarte war ein Blick ins Innere der Winräder samt Technik auf dem Binselberg möglich.© JustFür die Naturschutzwarte war ein Blick ins Innere der Winräder samt Technik auf dem Binselberg möglich.

Vor allem Metz machte die Herausforderung der Energiewende deutlich: „Statt großer konventioneller Kraftwerke brauchen wir zukünftig viele dezentrale regenerative Anlagen, die mit dem Neubau und der Erweiterung der Netze einhergehen.“ Trotz dieser Herkulesaufgabe müsse die Bezahlbarkeit erhalten bleiben. Zusätzlich bedürfe es vieler großer Speicher, um wetterunabhängig Energie zu erzeugen. Das könnten 40 bis 50 größere Stauseen sein, womit Metz das Tagesthema und die Frage anriss, wer jene Eingriffe in die Natur tatsächlich will.

Dass der Begriff „regenerative Energie“ erstmal naturnah klingt, weiß auch Hechler, trotzdem ist diese Schlussfolgerung für ihn trügerisch. Wie er sagt, treten vor allem Windkraft und die Biogasanlagen in einen Konflikt mit dem Naturschutz. Bei Windkraft werde das Landschaftsbild verschandelt, bei Biogas laufe man Gefahr, dass nur noch Mais auf den Äckern kultiviert wird.

Energiewende ist ein weites Feld

Unter diesen Vorgaben gestaltete sich der Besuch am Nachmittag bei den Windrädern umso interessanter. Neben Einblicken ins Innere wartete die Information, dass die Genehmigung für Windräder alles andere als einfach zu bekommen ist. So müssen beispielsweise 1000 Meter zwischen ihnen und einem Wohnhaus liegen, dazu dürfen sie den Flug gefährdeter Arten wie etwa von Fledermäusen nicht gefährden. So fallen bereits 80 Prozent der Flächen in Deutschland für Windkraft weg. Von den verbleibenden 20 Prozent müssen aber mittel- und langfristig zwei bis drei Prozent genutzt werden, um den deutschen Energiehunger zu stillen. Wie gewaltig der ist, zeigt das Beispiel Frankfurter Flughafen: Der benötigt soviel Strom wie 6,5 Millionen Haushalte. Zum Vergleich: Hessen hat drei Millionen Haushalte.

Wie eine zukunftsorientierte Initiative aussieht, zeigte Florian Vogt anhand der Energiegenossenschaft Odenwald auf. Hier haben sich Städte, Gemeinden und die Volksbank zusammengeschlossen, um Energieunabhängigkeit mit regenerativen Energien zu erreichen. Eine Rendite erhält jeder Bürger, der Mitglied wird. Laut Vogt soll es bereits 900 „Genossen“ geben.

Die vielen vermittelten Informationen sorgten dafür, dass es schwierig war, den Zeitrahmen einzuhalten. Allen Naturschützern war am Ende die Erkenntnis gemein, dass die Energiewende ein weites Feld ist.

Am Optimismus der Teilnehmer änderte das aber nichts. Dafür sorgte auch Prof. Dr. Metz, der die Energiewende als machbar bezeichnete: Alle technischen Lösungen lägen bereits vor, lediglich die Speicherthematik sowie bei den Anreizen sei politisch und regulatorisch nachzuarbeiten. So sei die große Aufgabe zu bewältigen, wenn auch finanziell nicht zum Nulltarif.

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