Nur jetzt nach der Katastrophe in Japan bekomme alles eine andere Dimension: „Man kündigt ein ,neues Zeitalter’, die ,vierte Revolution’ oder den ,Quantensprung’ an“, weiß der Eppertshäuser zu berichten.
So konnte das Thema „Die Energiewende im Einklang mit dem Naturschutz“ jetzt im Haus der Vereine kaum aktueller sein. Eingeladen hatte die Naturschutz-Sparte des Eppertshäuser Odenwaldklubs. Die Offerte ging an alle Naturschutzwarte der OWK-Ortsgruppen und der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine im Landesverband Hessen sowie an alle Aktiven im Naturschutz raus.
Dass der Begriff „regenerative Energie“ erstmal naturnah klingt, weiß auch Hechler, trotzdem ist diese Schlussfolgerung für ihn trügerisch. Wie er sagt, treten vor allem Windkraft und die Biogasanlagen in einen Konflikt mit dem Naturschutz. Bei Windkraft werde das Landschaftsbild verschandelt, bei Biogas laufe man Gefahr, dass nur noch Mais auf den Äckern kultiviert wird.
Energiewende ist ein weites Feld
Unter diesen Vorgaben gestaltete sich der Besuch am Nachmittag bei den Windrädern umso interessanter. Neben Einblicken ins Innere wartete die Information, dass die Genehmigung für Windräder alles andere als einfach zu bekommen ist. So müssen beispielsweise 1000 Meter zwischen ihnen und einem Wohnhaus liegen, dazu dürfen sie den Flug gefährdeter Arten wie etwa von Fledermäusen nicht gefährden. So fallen bereits 80 Prozent der Flächen in Deutschland für Windkraft weg. Von den verbleibenden 20 Prozent müssen aber mittel- und langfristig zwei bis drei Prozent genutzt werden, um den deutschen Energiehunger zu stillen. Wie gewaltig der ist, zeigt das Beispiel Frankfurter Flughafen: Der benötigt soviel Strom wie 6,5 Millionen Haushalte. Zum Vergleich: Hessen hat drei Millionen Haushalte.
Wie eine zukunftsorientierte Initiative aussieht, zeigte Florian Vogt anhand der Energiegenossenschaft Odenwald auf. Hier haben sich Städte, Gemeinden und die Volksbank zusammengeschlossen, um Energieunabhängigkeit mit regenerativen Energien zu erreichen. Eine Rendite erhält jeder Bürger, der Mitglied wird. Laut Vogt soll es bereits 900 „Genossen“ geben.
Die vielen vermittelten Informationen sorgten dafür, dass es schwierig war, den Zeitrahmen einzuhalten. Allen Naturschützern war am Ende die Erkenntnis gemein, dass die Energiewende ein weites Feld ist.
Am Optimismus der Teilnehmer änderte das aber nichts. Dafür sorgte auch Prof. Dr. Metz, der die Energiewende als machbar bezeichnete: Alle technischen Lösungen lägen bereits vor, lediglich die Speicherthematik sowie bei den Anreizen sei politisch und regulatorisch nachzuarbeiten. So sei die große Aufgabe zu bewältigen, wenn auch finanziell nicht zum Nulltarif.



© JustFür die Naturschutzwarte war ein Blick ins Innere der Winräder samt Technik auf dem Binselberg möglich.










