Auch ein kleines Stück Wald gehört dazu: Rund 60 Erlen und Weiden, teilweise 70 bis 80 Jahre alt und bis zu 18 Meter hoch, stehen dort. Standen dort. Alle Bäume in dem Stück Naturschutzgebiet wurden gefällt. Von einem, der sich damit eigentlich auskennt. Thorwald Ritter, Grünen-Urgestein, BUND-Kreisvorsitzender und Umwelt-Aktivist sagt: „Ich nehme die Verantwortung auf mich.“
Die ganze Geschichte: Das Grundstück im Wald zwischen Klein-Krotzenburg und Froschhausen wurde Familie Ricker im Zuge der Flurbereinigung zugeteilt. „Dass wir dort niemals etwas bauen können, das war uns klar.“ Im Jahr 2009 erhielten sie einen Anruf vom Grünen-Politiker Thorwald Ritter, der anfragte, ob er die dort stehenden Bäume fällen könne, um die Einflugschneise für Vögel zu verbessern. Die Eigentümer Ricker lehnten dies ab. „Das ist doch ein Naturschutzgebiet! Ist alles Natur, soll so auch bleiben“, so Edith Ricker. Dennoch verschwanden immer wieder Bäume von dort - bis zum Januar dieses Jahres. Jetzt sind alle Bäume weg. Vom kleinen Wäldchen sind ein Haufen Reisig und stummelhohe massive Baumscheiben verblieben.
„Ich bin davon ausgegangen, eine mündliche Zustimmung der Familie Ricker zu haben.“ Die bestreitet dies allerdings. „Wir haben weder mündlich noch schriftlich eine Erlaubnis ausgestellt.“ Ritter ist indes bereit, den Wert des Holzes finanziell zu ersetzen. Wo ist das Holz? Schließlich sind es insgesamt 60 Stämme, teilweise bis zu 80 Zentimeter stark. „Das haben wir unter den Helfern dieser Naturschutzmaßnahme verteilt“, sagt der Grünen-Politiker. Da sich neben dem Privatgelände auch ein gemeindlicher Randstreifen mit Baubewuchs befindet, der ebenfalls abgeholzt wurde, beschäftigt sich inzwischen auch die Kommune mit dem Thema: „Das können wir so nicht durchgehen lassen“, sagte Hainburgs Bürgermeister Bernhard Bessel.














































