Welpen aus dem Lieferwagen: Hundehandel in Hanau

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    • 17.04.12
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Welpen aus dem Lieferwagen

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Steinheim - Der Steinheimer Jagdpächter Michael Birkenfeld traute seinen Augen kaum: Am Freitagnachmittag fiel ihm bei einer Kontrollfahrt durch sein Jagdrevier ein an einer kleinen Seitenstraße des Häuser Wegs geparkter Transporter mit tschechischem Kennzeichen auf. Von Dirk Iding

Darum eine Traube von Menschen und darin - übereinander gestapelt - etliche Käfige mit Hundewelpen verschiedener Rassen. Direkt aus dem Lastwagen heraus wurden hier offenbar Jungtiere an Abnehmer aus ganz Deutschland verkauft, wie die Kennzeichen vieler in der Nähe geparkter Personenwagen vermuten ließen. Geworben für den Verkauf wurde offenbar über das Internet, wie eine der Käuferinnen im Gespräch mit dem Jagdpächter erklärte.

Illegaler Hundehandel auf Steinheimer Gemarkung?

Ein Fall von illegalem Hundehandel auf Steinheimer Gemarkung? Michael Birkenfeld jedenfalls kam die Sache nicht ganz geheuer vor, deshalb informierte er die Polizei. Zumal nach seiner Meinung die Unterbringung der Tiere bedenklich war. „Die Transportkäfige standen dicht an dicht, zum Teil übereinander gestapelt, so dass sich die Welpen gegenseitig einnässten“, so Birkenfeld.

Beamte der Polizeistation Großauheim waren auch rasch zur Stelle und informierten ihrerseits das Veterinäramt des Main-Kinzig-Kreises. Dessen Mitarbeiter musste bei einer Kontrolle allerdings feststellen, dass alle erforderlichen Genehmigungen für den Verkauf der Hunde vorlagen.

Wie eine Sprecher des Landratsamtes des Main-Kinzig-Kreises gestern auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, stammten die rund 15 Hunde tatsächlich aus Tschechien, der Verkäufer allerdings nicht. Das Veterinäramt sei im Vorfeld über die Aktion informiert worden, alle erforderlichen Genehmigungen hätten vorgelegen. „Ob so eine Aktion grundsätzlich sinnvoll ist, haben wir nicht zu beurteilen“, hieß es beim Main-Kinzig-Kreis.

Nicht auf diese Weise Hunde kaufen

Isabell Althoff, Leiterin des Tierschutzheimes Hanau, hat dazu indes eine ganz klare Meinung. Sie warnt grundsätzlich davor, Welpen auf diese Art und Weise zu kaufen. „Auch wenn ich diesen Einzelfall nicht abschließend beurteilen kann, weil er uns als Tierschutzverein nicht gemeldet wurde, so kann ich nur jedem Tierfreund grundsätzlich davon abraten, auf diese Weise Hunde zu kaufen“, meint Althoff.

In der Vergangenheit habe es zahlreiche Berichte über die zum Teil miserablen Bedingungen der Hundezucht in osteuropäischen Ländern gegeben. „Zum Teil dienen Hundeweibchen dort als wahre Gebärmaschinen. Oftmals werden Welpen viel zu früh von ihren Müttern getrennt und zum Verkauf angeboten. Nicht selten sind die Jungtiere erkrankt“, weiß Althoff. Der Preis allein sollte für Hundefreunde nach Ansicht der Tierheimleiterin jedenfalls nicht das Ausschlag gebende Argument für einen Hundekauf sein.

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/DigiPyramid

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