Karl Fritsch ist der vierte Hanauer Stadtgoldschmied

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    • 29.06.11
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Ungewöhnliches für den Ringfinger

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Hanau - Er taucht edle Steine in Klebstoff und formt damit rohe Klumpen. Er bohrt mit dem Laser Löcher in lupenreine Diamanten und macht sonst noch manch andere Dinge, die Schmuckgestalter für gewöhnlich meiden. VonErwin Diel

© Diel

Karl Fritsch ist der vierte Hanauer Stadtgoldschmied. Gestern hat er die Urkunde erhalten.

Karl Fritsch sucht das Merkwürdige und Seltsame und das durchaus mit Erfolg. Der langen Liste der Preise und Auszeichnungen für den aus Sonthofen im Allgäu stammenden Schmuckgestalter fügt Hanau jetzt den Titel „Stadtgoldschmied“ hinzu. Gestern hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) dem sei eineinhalb Jahren in Neuseeland lebenden Künstler die entsprechende Urkunde überreicht.

Den Hang zum Ungewöhnlichen dokumentierte der 47-Jährige sogleich mit dem Eintrag im Goldene Buch der Stadt. Ein gezeichneter Ring mit Diamant, für Fritschs Verhältnisse sehr gegenständlich dargestellt, fasst die Widmung.

© DielUngewöhnlich und trotzdem tragbar: ein Ring von Karl Fritsch.

Fritsch ist der vierte Träger des 2004 erstmals verliehenen Titels. Die Stadt Hanau mit dem Goldschmiedehaus, die dort residierende Gesellschaft für Goldschmiedkunst und die Staatliche Zeichenakademie als renommierte Ausbildungsstätte für Gold- und Silberschmiede verantworten den Stadtgoldschmied gemeinsam. Fritsch hält sich bis 31. Juli in Hanau auf und arbeitet in den Werkstätten der Zeichenakademie. Im Sommer kommenden Jahres zeigt das Deutsche Goldschmiedehaus eine Ausstellung zum umfangreichen Werk des Goldschmieds. Während der Vorbereitung zur Ausstellung wird Fritsch einen Workshop mit den Studenten der Zeichenakademie halten.

Zum Schmuck kam Fritsch durch Zufall, wie er gestern erzählte. Eigentlich wollte er Holzschnitzer werden, fand aber im Allgäu keinen Ausbildungsplatz. Er besuchte dann die Goldschmiedeschule Pforzheim, studierte nach einer Tätigkeit bei einer Firma an der Akademie der Bildenden Künste in München. Die Arbeiten des äußerst produktiven Künstlers sind in zahlreichen Museen zwischen München und Tokio zu sehen.

Seit seinem Studienabschluss 1994 hat er mehr als 30 Einzelausstellungen mit seinen Ringen bestückt. Wesentlicher Teil seiner Arbeit ist das Umformen und Überarbeiten alter Stücke. Sie werden so zu eigenen Kreationen, die er sich im Arbeitsprozess aneignet. Gespannt sein dürfen die Hanauer auf die Art, wie Fritsch seine Ringe präsentiert. Bei seiner ersten Ausstellung steckte der Schmuck auf einem Aalskelett.

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