Nachdem mehr als 25 Prozent der betroffenen Hausbesitzer gegen den BID waren (unsere Zeitung berichtete), wäre dieses sowieso gescheitert. Allerdings wolle man ein Zeichen setzen und signalisieren, dass man von den Plänen überzeugt sei, so Jörg Wehrmann, Geschäftsführer der Planergruppe ASL, die den Stadtumbauprozess managt und die GIL berät.
Es sei offenbar trotz intensiver Informationsarbeit nicht gelungen, eine Mehrheit der Eigentümer von der Notwendigkeit und den Zielen eines solchen BID zu überzeugen, heißt es in einer Erklärung der GIL. Die Aussagen von Verweigerern würden deutlich machen, dass das Instrument BID von weiten Kreisen gar nicht oder falsch verstanden werde.
Fehlende Rechtsgrundlage?
Die Ablehnung unter Hinweis auf eine fehlende Rechtsgrundlage zeige vielmehr, dass das Thema öffentlich-privater Partnerschaften zum Wohle der Stadtentwicklung inhaltlich und formal in politischen und juristischen Kreisen zumindest in Langen noch nicht angekommen sei. Denn das Land habe mit dem Gesetz zur Stärkung innerstädtischer Geschäftsquartiere („INGE“) die entsprechenden Grundlagen schon vor Jahren geschaffen.
Eine andere Frage sei die der Höhe der finanziellen Beteiligung. „Der Löwenanteil von mehr als 70 Prozent der Gesamtsumme wäre von nur fünf Eigentümern mit jeweils fünfstelligen Beiträgen zu leisten“, so die GIL. Mehrheitlich seien es gerade sie, die hinter dem BID stünden oder es unterstützen. Der Begriff des „Abkassierens“ sei deshalb gänzlich deplatziert. Vielmehr habe jeder Einzelne einen konkreten Nutzen vor der eigenen Haustür.
Ein stereotyper Vorwurf an jeden, der mit neuen Ideen die Innenstadt zukunftsfähig machen möchte, laute: „Immer wieder neue Pläne und nichts passiert.“ Wer sich aber verweigere, müsse sich fragen lassen, ob er nicht selbst Teil des Problems ist, unter dem Langens Innenstadt seit vielen Jahren leide.
Die Vertreter der GIL sind weiterhin überzeugt von der Notwendigkeit einer langfristigen Strategie zur Attraktivierung der Innenstadt. Man beobachte gespannt, zu welchen Ergebnissen die jetzt wieder anstehenden öffentlichen Bürger-Workshops führen werden. „Interessanterweise bestätigen viele Bürger bei solchen Veranstaltungen immer wieder die zentrale Bedeutung der Bahnstraße und ihres Umfeldes als Einkaufs-, Versorgungs- und Verweilraum“, so die GIL. „Allein: Viele Hauseigentümer in und um die Bahnstraße sehen die Sache wohl anders.“


















